Archive for Januar, 2005

Evolutionsschwindel

Wir haben es ja immer gewusst: Charles Darwin lag genauso falsch wie Karl Marx. Die Evolution, genau wie der Kommunismus – nichts als grober Unfug. Das jedenfalls behauptet Harun Yahya, der eigentlich Adnan Oktar heißt, in seinem Buch und auf seiner Website. Sehr ausführlich beweist Herr Oktar dabei vor allem eines: dass er die Evolutionstheorie gar nicht richtig verstanden hat. Ist ja nicht schlimm. Wenn er dann aber behauptet, dass der Darwinismus die Ursache für die beiden Weltkriege und für den Terrorismus ist, dann wird es langsam schon ein bisschen gefährlich. Wie so oft bei Menschen, die einen allzugroßen Drang haben, ihre religiösen Ansichten mitzuteilen.

Suicide Bomber

Polo Small but ThoughPolo. Small but tough. Ein kleiner VW Polo Spot, der meiner Ansicht nach nicht ganz astrein ist! Polo h?lt Selbstmordattent?ter stand.

Da ist der Ford Ka Evil Twin Spot fast schon harmlos dagegen.

 

 

Museumsreif

“Es ist falsch, dass in diesem Land nur die sozial Schwachen die Kinder kriegen”, sagte Daniel Bahr, der für die FDP im Bundestag sitzt, kürzlich der “Bild am Sonntag“. Deutschland gebe viel Geld aus, um sozial schwachen Familien zu helfen. Die Politik habe dagegen versagt, Akademiker bei der Erfüllung ihres Kinderwunsches zu unterstützen. Wenn Hochschulabsolventinnen künftig mehr Kinder bekämen, stünde Deutschland auch bei der Pisa-Studie besser da, findet Daniel Bahr. Was soll man bloß mit solchen Leuten wie Ihnen machen, Herr Bahr? Naja, wenn man Ihren Lebenslauf so anschaut, nichts erlebt außer Schule, Dresdner Bank und FDP, das ist eigentlich schon Strafe genug. Vielleicht verstehen Sie ja selbst nicht, warum Sie so komische Sachen sagen müssen. Dabei ist es ganz einfach: egal was aus den “falschen” Kindern mal wird, eines werden sie bestimmt nicht – und zwar FDP-Wähler. Und dann, wir können es kaum erwarten, kommt ihre komische Klientelpartei endlich dorthin, wo sie hingehört. Nämlich nach Unter den Linden ins Deutsche Historische Museum.

Living next door to Herisch

Die Geschichte fing eigentlich ganz harmlos an. Wir fuhren vergangenen Samstag gegen 22 Uhr mit dem Auto ins Kino. Gleich bei uns um die Ecke beobachteten wir eine seltsame Szene mit einem beachtlichen Aufgebot von Zivilpolizei und mehreren Fahrzeugen. Wir fragten uns noch, was ist denn da los. Glaubt es oder nicht: im Vorbeifahren wurden wir unfreiwillig Augenzeugen, wie der mutmaßlilche Moshammer-Mörder Herisch A. in unserer kleinen Straße festgenommen wurde. Mehr kann ich an dieser Stelle leider nicht berichten, weil ich plane, die Exklusivrechte für diese brandheiße Story an Gala zu verkaufen.

Echte Clubberer

Club-Fan, also Anhänger des 1.FC Nürnberg zu sein, war noch nie leicht. Der Verein stieg 1969 als amtierender Meister in die 2. Liga ab und verlor 1982 das Pokalfinale, in dem die Mannschaft zur Halbzeit noch 2:0 in Führung lag. Die Liste solcher Unglückfälle ist lang. Jetzt kommt eine weitere Katastrophe dazu: CSU-Bullterrier Günther Beckstein bekennt bei sport.ard.de seine Liebe zum Club. Hallo, ARD: War denn da wirklich niemand anderes aufzutreiben? Ihr macht das doch absichtlich, um uns zu demütigen, oder?

Saurer Apfel

Alle Welt lädt sich jetzt bei I-Tunes Musikdateien gegen Bezahlung herunter. Dagegen ist ja zunächst mal nichts einzuwenden, außer man hat in der Küche oder im Auto einen handelsüblichen MP3-Spieler. Denn um die bezahlten Songs dort anzuhören, muss man sie erst auf eine Audio-CD brennen und von dort aus ins MP3-Format konvertieren. Bisschen umständlich, oder? Liebe Apple-Fans, ich würde euren Enthusiasmus ja gerne teilen, aber dann erklärt mir bitte, was ich falsch mache. Und wenn wir gerade dabei sind: vielleicht könnt ihr mir dann auch gleich sagen, wie man mit I-Tunes ein Cover für eine Audio-CD in sagen wir mal weniger als zehn Minuten erstellen kann?

Einzug der Plagiatoren

1971 führte Philip Zimbardo an der Stanford Universität in den USA ein Experiment durch, bei dem das Verhalten von Versuchspersonen in einem Gefängnis untersucht werden sollte. Das Experiment eskalierte, wurde nach sieben Tagen abgebrochen und lieferte die Vorlage für den deutschen Film “Das Experiment“. Vergleicht man die Handlung des Films mit den wahren Ereignissen, kommt man zu folgendem Schluss: alles, was der Drehbuchautor Mario Giordano für den Film dazu erfunden hat, ist ziemlich albern. Zweitens: Zahlreiche interessante Aspekte des echten Experiments kommen im Film aus unerklärlichen Gründen nicht vor. Fazit: die Website, auf der die Stanford University die Ereignisse von 1971 dokumentiert, ist aufschlussreicher und spannender als der Film. Daran ändert auch Moritz Bleibtreus Hundeblick nichts.

Herzliches Beileid, Daisy

Rudolph Moshammers tragischer Tod trifft die ganze Nation, aber vor allem die Hinterbliebenen mitten ins Herz: insbesondere Daisy Moshammer, die jetzt Vollwaise ist, hat unser tiefes Mitgefühl. Wird sie auch ohne Rudolph Werbung für Nescafe Cappucino oder den Fressnapf-Club machen? Wird sie die Kraft haben, ihre Website weiterzubetreiben und Tag für Tag ungezählte Autogrammkarten für die große Fangemeinde zu unterschreiben? Fragen, die zum jetzigen Zeitpunkt niemand beantworten kann.

25 Jahre Grün

Mit Sprüchen wie “Atomkraftgegner überwintern bei Dunkelheit mit kaltem Hintern” versuchte das Establishment in den späten 70er Jahren die Umweltbewegung zu diskreditieren. Heute wissen wir: das war weder witzig noch erfolgreich und verhinderte auch nicht, dass heute vor genau 25 Jahren die Partei “Die Grünen” gegründet wurde. Laut Berliner Morgenpost waren es vor allem AKW-Demonstranten, Punks, Kommunisten, Anthroposophen und Vogelschützer, die sich 1980 zum Gründungsparteitag in Karlsruhe einfanden. Bereits drei Jahre später zogen die Grünen zum Entsetzen unserer Eltern in den Bundestag ein, und der Rest ist, wie es immer so schön heißt, Geschichte. Bei aller Zwiespältigkeit zur Feier des Tages heute mal ein herzliches und aufrichtiges Merci, Grüne, dass es euch gibt.

Achtung Analphabeten: bitte nicht weiterlesen!

Zugegeben: je lustiger das Design einer Klobürste, desto größer die Versuchung, sie neben der Toilettenreinigung auch zur Körperpflege zu verwenden. Die diesbezügliche Beschriftung “Do not use for personal hygiene” auf einer Klobürste hat jetzt den ersten Preis beim Wettbewerb der verrücktesten Warnhinweise der Organisation Michigan Lawsuit Abuse Watch gewonnen. Dort findet man auch eine Übersicht der Juwelen vergangener Jahre – darunter die durchaus nützliche Empfehlung, Kleidungsstücke vor dem Bügeln zunächst auszuziehen.

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