Archive for Juli, 2005

Amazing job offer

Wenn Helge Schneider aufzählt, in welchen Ländern er schon aufgetreten ist, hört sich das ungefähr so an:

“Holland, Niederlande, in Benelux, vor allem in Luxemburg und auch in Luxemburg direkt, und natürlich in Belgien und in den Niederlanden. Holland auch, aber auch in Belgien und den Niederlanden.”

Daran dachte ich, als ich heute morgen von einer mir bisher unbekannten Person namens Sina Valarie unter dem Betreff “Amazing job offer” per Email folgendes Stellenangebot erhielt:

“Our company deals with the software development, creation of human-engineered interface web-sites and modern design. We work with the clients from Canada, United Kingdom, Deutschland and the USA. Our Head Office is located in Lithuania. Our employees are all around the world and they work with their Canada, United Kingdom, Deutschland and the USA clients by Internet. We have a lot of clients on the territory of Canada, United Kingdom, Deutschland and the USA. We have some difficulties with the control of financial operations on the territory of Canada, United Kingdom, Deutschland and the USA. If you are in the Canada, United Kingdom, Deutschland and the USA we would like to suggest you a vacancy of our Financial Manager. You will manage and work with the financial operations of our clients which are in Canada, United Kingdom, Deutschland and the USA. At the moment we are in need of people from all the cities of Canada, United Kingdom, Deutschland and the USA. (…)”

Ich finde, das hört sich ganz gut an und wahrscheinlich werde ich mich bei dieser Firma bewerben. Am besten formuliere ich es so: “Me interested in job. In which countries are your clients?”

Geld allein

In den üblichen Diskussionen über die wirtschaftliche Lage in Deutschland wird eines nie richtig thematisiert: dass die Bevölkerung hierzulande so reich ist wie nie zuvor in der Geschichte. Und dass die Deutschen in den letzten Jahren keineswegs ärmer, sondern noch reicher geworden sind. Ein paar Beispiele: Das Geldvermögen privater Haushalte in Deutschland lag 2004 erstmals über 4 Billionen Euro. 155 Milliarden Euro sparten die Deutschen allein letztes Jahr. Das durchschnittliche Jahreseinkommen der Arbeitnehmer stieg 2004 um 2,4% auf fast 40 000 EUR. Aber wie das Sprichwort schon sagt: Geld allein macht eben nicht glücklich.

Gute Frage

Von der Sowjetunion lernen heißt siegen lernen, war früher oft zu hören. Nachdem der Ostblock zusammengebrochen ist, müssen wir halt von anderen lernen, vielleicht von den Chinesen. Die wissen, wie man gute Fragen stellt. Zum Beispiel: “Hallo Sicherheitspersonal, bin ich eine Prostituierte?

Kalif von Saarbrücken

Armer Oskar Lafontaine. “Hassprediger”, “Nationalkommunist”, “deutscher Haider” nennen ihn die etablierten Parteien. Was gibt es Schlimmeres? Eigentlich nur “Osama bin Lafontaine”. Trotzdem besteht Hoffnung auf ein Happy End: Wenn der christlich-liberal-imperiale Todesstern erst einmal zerstört ist? vielleicht nimmt Lafontaine dann die Maske ab und sagt zum SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler: “Luke, ich bin dein Vater”.

Linken verboten

Wer auf seiner Website einen Link auf die russische Musik-Download-Plattform AllofMP3 setzt, bekommt möglicherweise Ärger mit der Münchener Rechtsanwaltskanzlei Waldorf, berichtet Heise-Online. Grund: Durch das Setzen des Hyperlinks auf die fragliche Internetseite unterstützt man die rechtswidrige Verbreitung geschützter Tonaufnahmen, so die Rechtsanwälte. Nach Raubkopierern sind Linksetzer jetzt also auch schon Verbrecher?

Tag der Abrechnung

Auch wenn es schwer fällt: jetzt müssen wir doch mal eine Lanze für Frau Merkel und ihr Wahlprogramm brechen. Manche haben es vielleicht falsch verstanden: die Mehrwertsteuer (eigentlich: Umsatzsteuer) soll nicht um 18%, sondern auf 18% erhöht werden. Das heißt: Umsatzsteuerpflichtige Waren und Dienstleistungen, die bisher 100 EUR gekostet haben, kosten nach der Steuererhöhung 101,70 EUR. Und daran soll die Binnennachfrage zugrunde gehen und die Mittelschicht verarmen? Ehrlich?

Trügerische Sicherheit

Besser lässt sich Hilflosigkeit nicht demonstrieren: an besonders gefährdeten Orten wie am Odeonsplatz in München laufen nach den Londoner Anschlägen Beamte der Bundespolizei mit Maschinengewehren spazieren. Ob die im Notfall auf plötzlich auftauchende Selbstmordattentäter schießen? Da müssen sie aber ganz schön aufpassen, dass sie nicht versehentlich die von den Terroristen mitgebrachten Sprengsätze treffen.

Die Welt von oben

Das Bild zeigt die Gegend von oben, aus der dieser Beitrag kommt.
Wer es interessant findet die Welt von oben zu betrachten, ohne gleich in die Luft gehen zu müssen, der sollte sich mal den
Bayernviewer (Web, Java)
und/oder Google Earth (zum Installieren) anschauen.
Der Bayernviewer bietet natürlich nur Luftbilder von Bayern , dafür aber komplett. Google Earth hat zwar die ganze Welt, aber dafür halt nur einige Ecken Deutschlands in guter Auflösung.

Rapser’s Delight

Gestern war ich auf einem Vortrag, bei dem wieder mal der Ersatz der fossilen Treibstoffe durch Pflanzenöl glorifiziert wurde. Dazu habe ich Folgendes herausgefunden: Deutschland verbraucht jedes Jahr deutlich mehr als 100 Mio. Tonnen Mineralöle. Mit Raps können jährlich etwa 140 Tonnen Öl pro Quadratkilometer erzeugt werden. Die gesamte Ackerfläche, die in Deutschland verfügbar ist, beträgt 120000 Quadratkilometer. Kurz gesagt: eine (natürlich fiktive) deutschlandweite permanente Rapsmonokultur könnte 17 Mio. Tonnen Pflanzenöl erzeugen ? und würde dann weniger als 15% des gegenwärtigen nationalen Ölbedarfs decken. Fossilen Brennstoffen kritisch gegenüberzustehen ist kein Grund, diese Fakten zu ignorieren.

Selbstläufer

Die Mehrwehrsteuer wird erhöht. Sagt Angela Merkel. Nicht mit uns. Sagt die FDP. Die Mehreinnahmen werden zur Senkung der Lohnnebenkosten verwendet. Sagt Frau Merkel. Nein, in erster Linie zur Haushaltssanierung. Sagt Herr Stoiber. Und die meisten Deutschen glauben, wenn die C+F-Koalition erstmal an der Regierung ist, läuft alles von selbst. Liebe Schwellenländer, falls ihr Deutschland in der Wirtschaftskraft überholt, bildet euch nicht allzuviel darauf ein – es liegt vermutlich gar nicht an euch.

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