Alle Jahre wieder

4299Manche Fragen stellt man sich jedes Jahr von Neuem: beispielsweise ist es doch völlig ausgeschlossen, dass die Einzelhändler hierzulande ihr komplettes Sortiment an Feuerwerkskörpern bis zum Sylvestertag verkaufen können – und danach ist der Verkauf bekanntlich nicht mehr erlaubt. Was passiert mit den Raketen, Vulkanen und Knallfröschen, die übrig bleiben? Werden sie nach China zurückgebracht, damit man sie dort beim chinesischen Neujahr verballern kann? Schickt das Zentralkomittee der Zyniker diese Reste als Spende in arme Länder im Rahmen eines „Böller statt Brot“-Programms? Oder treffen sich in der Sylvesternacht alle Händler an einem geheimen Ort zu einem Super-Reste-Feuerwerk mit dem Motto „Alles muss raus“? Letztlich werden wir diese Frage auch in diesem Jahr nicht beantworten können. Der Höhepunkt meines Feuerwerks wird heute nacht jedenfalls der Vulkan „Fegefeuer“ sein – auch wenn die Brenndauer von 30 Sekunden weit hinter dem christlichen Original zurückbleibt.

Stille Nacht

weihnachtsbaumSo oft wird die Frage gestellt, jetzt kann man endlich mit Fug und Recht antworten: Ja, heute ist schon Weihnachten. Noch ein paar Tips für ein gelungenes Fest:

1. Innerfamiliäre Spannungen grundsätzlich immer erst an Heiligabend erörtern.
2. Die großen Geschenke zuerst einpacken, dann reicht das Geschenkpapier länger.
3. Brennende Weihnachtsbäume nicht mit Spiritus, Haarspray oder Waschbenzin, sondern einfach mit klarem Wasser löschen.

Den Streifzüge-Lesern wünschen wir ein Frohes Fest. Bleibt uns treu – das Beste kommt noch.

Ein schöner Tag

esser„The grabbing hands, they grab what they can“, hieß es früher mal in einem Lied von Depeche Mode. Ganz so einfach ist es aber nicht – findet jedenfalls der Bundesgerichtshof: er hat heute die Freisprüche des Düsseldorfer Landgerichts im Mannesmann-Prozess aufgehoben. Deutsche-Bank-Chef Ackermann, Ex-Mannesmann-Chef Esser und die übrigen Angeklagten müssen nun erneut vor Gericht. Schön, dass es noch geklappt hat, den Herren rechtzeitig das Weihnachtsfest zu verderben. Besonders Herrn Essers Eitelkeit wurde ja bereits im ersten Durchgang sichbar gekränkt, weil er überhaupt in ein Gerichtsverfahren verwickelt wurde. Selbst wenn er wieder freigesprochen wird, demütigend ist es für ihn allemal. Das allein ist auch schon eine Genugtuung. Hätte er damals auf die 15 Mio. EUR verzichtet, gäbe es auch keinen Grund für solche Gehässigkeiten.

„Das ist bestimmt…“

Nikotin„…meine letzte Zigarette“, sang Ruth Händel mit brüchiger Stimme in einem inzwischen legendären Schlager aus dem Jahr 1975. Authentischerweise war in den Refrain gleich ein kleiner Hustenanfall integriert. Jetzt gibt es eine neue Hoffung für Kettenraucher: die Impfung gegen Nikotinsucht. Sie funktioniert ähnlich wie eine Impfung gegen Pocken oder Kinderlähmung, berichtet die FTD: Der Zigaretten-Impfstoff enthält ein nikotinähnliches Molekül, das den Körper dazu anregt, Antikörper herzustellen. Diese können das Nikotin, das beim Rauchen ins Blut gelangt, abfangen, bevor es das Gehirn erreicht und dort süchtig macht. Ob die Impfung wirklich dabei hilft, mit dem Rauchen aufzuhören, muss allerdings noch geprüft werden.

Bedingungsloses Grundeinkommen

wernerAls Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Drogeriekette DM und steht Götz Werner nicht gerade im Verdacht, Mitglied der kommunistischen Partei zu sein. Von daher überrascht es ein wenig, dass er mit seiner Initiative Unternimm die Zukunft ein bedingungsloses Grundeinkommen vorschlägt, das allen Bürgern mehr Freiheit und finanzielle Sicherheit beschert. Wie das gehen soll, erklärte er im Frühjahr im Interview mit brandeins. Man wünscht sich, hierzulande würden sich mehr Menschen trauen, mal etwas zu denken, was nicht schon tausend andere vor ihnen gedacht haben.

Live is life

plasbergNur Gutes hören wir zur Zeit über Frank Plasberg und seine Sendung «Hart aber fair», die mittwochs um 20.15 h im WDR läuft. Ein Selbstversuch ergab: das Lob ist berechtigt. Die Sendung findet ohne jeden Krawall die richtige Mischung aus Information und Unterhaltung, Plasberg stellt gut überlegte Fragen und seinen Interviewpartnern gelingt es nur selten, ihm auszuweichen. Außerdem sehr begrüßenswert: Plasberg führt eine Fernsehtradition fort, die leider zunehmend in Vergessenheit gerät – die Live-Ausstrahlung.