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	<title>Kommentare zu: Kompaktkassette</title>
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		<item>
		<title>Von: nib</title>
		<link>http://www.homeiswheremyheartis.net/2007/03/11/kompaktkassette/comment-page-1/#comment-1410</link>
		<dc:creator>nib</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 May 2007 22:10:27 +0000</pubDate>
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		<description>Kassetten in der &lt;a href=&quot;http://www.br-online.de/bayern-heute/sendungen/radiowelt/index.xml&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Radio Welt&lt;/a&gt; vom 24.05.2007:

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Vom Jaulen und Eiern

Es gibt sie kaum noch, jedenfalls nicht in frischem Zustand, ungebraucht, in Folie verschwei&#223;t und mit dem chemischen Zeichen f&#252;r Chromdioxyd versehen, bedruckt mit den kryptischen Ziffern 60, 90, 120. Die Tonbandkassette, beliebteste Musik-Konserve der 70er- und 80er-Jahre, verschwindet vom Markt. Bald kann man sie nicht mehr sch&#252;tteln, bekleben, beschriften, aufschrauben, die Nasen herausbrechen, kopieren oder aufwickeln. Aus, vorbei!
Wieder ist ein St&#252;ck Nostalgie dahin, weg, fortgepustet von der schnelllebigen Zeit, von MP3 und Digital, von Download und iPod. Schon haben die gro&#223;en Kaufhauskonzerne angek&#252;ndigt, bespielbare Kassetten nicht mehr anzubieten, eine britische Elektronikkette verk&#252;ndete j&#252;ngst, auch Kassettenrecorder nicht mehr zu vertreiben, allenfalls noch bis Weihnachten, dann sei Schluss. Die Kassette wird, im wahren Wortsinn: abgewickelt.
Hier hei&#223;t es, kurz innezuhalten und den Verlust zu bedenken, ja, zu betrauern. Nick Hornby, der britische Autor, hat es in seinem Roman High fidelity genau beschrieben: wie man fr&#252;her, in den seligen 70ern, als Ausdruck h&#246;chster Liebe (und nur mit ganz kleinen Hintergedanken), f&#252;r die Allerliebste ein Tape aufgenommen hat Tape, das klang cooler als Kassette, wobei auch der Satz Ich hab dir ne Kassette gemacht zwar grammatikalisch ungeschickt war, aber doch einen gewissen R&#252;hrungseffekt hervorrief.
So zehn, zw&#246;lf Lieder gingen auf eine C-90-Seite, bei den langen und langsamen Balladen waren es weniger, und wehe, ein Lied lief noch, wenn die Kassette zu Ende war und mit einem h&#246;sslichen Klack! einfach stehen blieb. Man musste seinerseits innehalten, aufstehen, umdrehen. Das war unprofessionell, nicht liebevoll genug und wurde, wollte man beim M&#228;del was erreichen, tunlichst vermieden. Kam man aber mit seinem Werk an, wurde es angenommen, sogleich in den Kassettenrecorder geschoben und die Balladen schlie&#223;lich auch noch f&#252;r gut befunden, war das Meiste geschafft und man konnte auf Weiteres hoffen.
Das waren noch Zeiten. Stellen Sie sich das Prozedere heute mit einem sogenannten MP3-Player und rund 1 000 Titeln aus dem Internet vor undenkbar. Die ganze Romantik ist beim Teufel, und auch die Musikauswahl h&#246;chst beliebig.
Beeindruckend auch, wenn man der Freundin als Experte half, das ewige Jaulen und Eiern der Kassette durch gezieltes Sch&#252;tteln zu eliminieren. Gut war &#252;brigens, das Teil f&#252;r eine halbe Stunde in den K&#252;hlschrank zu legen, wenn es zu hei&#223; war das Jaulen war weg, jedenfalls f&#252;r den Moment, bis man das Band ohnehin umdrehen musste. Ganz K&#252;hne verklebten &#252;brigens die Enden auch schon mal neu, wenn die Kassette gerissen war, und retteten damit unwiederbringliche akustische Sch&#228;tze.
Machen Sie das alles mal mit einem iPod.
Nat&#252;rlich wurde die Meldung, dass die Kassetten vom Markt genommen werden, sofort wissenschaftlich untersucht das Ende der Kassetten bedeute einen Verlust des Privaten und Individuellen, so hei&#223;t es in einer Studie der Simon-Fraser-University in Kalifornien. So ist es, das kann kein MP3-File widerlegen.
Sollten Sie also welch gl&#252;cklich Geschick auf dem Dachboden, hinten im Regal oder unten in der Kiste noch Musikkassetten haben, Tapes, und irgendwo auch noch einen Recorder, bewahren Sie sie wohl, legen Sie ab und zu eine Kassette ein und  denken Sie an die gute alte Zeit. Wenn Sie gerade auf Freiersf&#252;&#223;en wandeln, dann erinnern Sie sich. Der Satz Ich hab dir ein Tape aufgenommen ist in manchen Situationen heute noch nostalgisch, r&#252;hrend und in speziellen Situationen einfach unbezahlbar.


von Uwe Pagels</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Kassetten in der <a href="http://www.br-online.de/bayern-heute/sendungen/radiowelt/index.xml" target="_blank" rel="nofollow">Radio Welt</a> vom 24.05.2007:</p>
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<p>Vom Jaulen und Eiern</p>
<p>Es gibt sie kaum noch, jedenfalls nicht in frischem Zustand, ungebraucht, in Folie verschwei&#223;t und mit dem chemischen Zeichen f&#252;r Chromdioxyd versehen, bedruckt mit den kryptischen Ziffern 60, 90, 120. Die Tonbandkassette, beliebteste Musik-Konserve der 70er- und 80er-Jahre, verschwindet vom Markt. Bald kann man sie nicht mehr sch&#252;tteln, bekleben, beschriften, aufschrauben, die Nasen herausbrechen, kopieren oder aufwickeln. Aus, vorbei!<br />
Wieder ist ein St&#252;ck Nostalgie dahin, weg, fortgepustet von der schnelllebigen Zeit, von MP3 und Digital, von Download und iPod. Schon haben die gro&#223;en Kaufhauskonzerne angek&#252;ndigt, bespielbare Kassetten nicht mehr anzubieten, eine britische Elektronikkette verk&#252;ndete j&#252;ngst, auch Kassettenrecorder nicht mehr zu vertreiben, allenfalls noch bis Weihnachten, dann sei Schluss. Die Kassette wird, im wahren Wortsinn: abgewickelt.<br />
Hier hei&#223;t es, kurz innezuhalten und den Verlust zu bedenken, ja, zu betrauern. Nick Hornby, der britische Autor, hat es in seinem Roman High fidelity genau beschrieben: wie man fr&#252;her, in den seligen 70ern, als Ausdruck h&#246;chster Liebe (und nur mit ganz kleinen Hintergedanken), f&#252;r die Allerliebste ein Tape aufgenommen hat Tape, das klang cooler als Kassette, wobei auch der Satz Ich hab dir ne Kassette gemacht zwar grammatikalisch ungeschickt war, aber doch einen gewissen R&#252;hrungseffekt hervorrief.<br />
So zehn, zw&#246;lf Lieder gingen auf eine C-90-Seite, bei den langen und langsamen Balladen waren es weniger, und wehe, ein Lied lief noch, wenn die Kassette zu Ende war und mit einem h&#246;sslichen Klack! einfach stehen blieb. Man musste seinerseits innehalten, aufstehen, umdrehen. Das war unprofessionell, nicht liebevoll genug und wurde, wollte man beim M&#228;del was erreichen, tunlichst vermieden. Kam man aber mit seinem Werk an, wurde es angenommen, sogleich in den Kassettenrecorder geschoben und die Balladen schlie&#223;lich auch noch f&#252;r gut befunden, war das Meiste geschafft und man konnte auf Weiteres hoffen.<br />
Das waren noch Zeiten. Stellen Sie sich das Prozedere heute mit einem sogenannten MP3-Player und rund 1 000 Titeln aus dem Internet vor undenkbar. Die ganze Romantik ist beim Teufel, und auch die Musikauswahl h&#246;chst beliebig.<br />
Beeindruckend auch, wenn man der Freundin als Experte half, das ewige Jaulen und Eiern der Kassette durch gezieltes Sch&#252;tteln zu eliminieren. Gut war &#252;brigens, das Teil f&#252;r eine halbe Stunde in den K&#252;hlschrank zu legen, wenn es zu hei&#223; war das Jaulen war weg, jedenfalls f&#252;r den Moment, bis man das Band ohnehin umdrehen musste. Ganz K&#252;hne verklebten &#252;brigens die Enden auch schon mal neu, wenn die Kassette gerissen war, und retteten damit unwiederbringliche akustische Sch&#228;tze.<br />
Machen Sie das alles mal mit einem iPod.<br />
Nat&#252;rlich wurde die Meldung, dass die Kassetten vom Markt genommen werden, sofort wissenschaftlich untersucht das Ende der Kassetten bedeute einen Verlust des Privaten und Individuellen, so hei&#223;t es in einer Studie der Simon-Fraser-University in Kalifornien. So ist es, das kann kein MP3-File widerlegen.<br />
Sollten Sie also welch gl&#252;cklich Geschick auf dem Dachboden, hinten im Regal oder unten in der Kiste noch Musikkassetten haben, Tapes, und irgendwo auch noch einen Recorder, bewahren Sie sie wohl, legen Sie ab und zu eine Kassette ein und  denken Sie an die gute alte Zeit. Wenn Sie gerade auf Freiersf&#252;&#223;en wandeln, dann erinnern Sie sich. Der Satz Ich hab dir ein Tape aufgenommen ist in manchen Situationen heute noch nostalgisch, r&#252;hrend und in speziellen Situationen einfach unbezahlbar.</p>
<p>von Uwe Pagels</p>
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