Archive for the year 2010

Do It Yourself Extrem

Bereits in den 70ern hat uns Loriot aufgezeigt, wo die Entwicklung hingeht:

Zu Weihnachten im Kreise der Familie ein Atomkraftwerk bauen, war seine Vision. Die Hoppenstedts waren ihrer Zeit weit voraus.

40 Jahre später hat sich Mark Suppes, zu Hause in New York kurzerhand selber einen Fusionsreaktor gebaut. Tagsüber entwickelt er für Gucci Webanwendungen, seinen Reaktor hat er nachts gebastelt!
(Extreme DIY: Building a homemade nuclear reactor in NYC, BBC News, Brooklyn, New York)

Im Rahmen des ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor) Forschungsprojekts, wollen die sieben gleichberechtigten Partner, Europäische Atomgemeinschaft, Japan, Russland, Volksrepublik China, Südkorea, Indien und USA ebenfalls einen Fusionsreaktor bauen. Ihr Budget ist etwa 16 Milliarden Euro. Ergebnisse sind für 2018 geplant. (via Wikipedia: ITER)

Mark Suppes hat sich davon offensichtlich nicht beeindrucken lassen und gezeigt zu was leidenschaftliche Amateure fähig sind.

“Topographische, aber auch geistige Kessellage”

Einen lesenswerten Überblick über die Geschichte von Stuttgart 21 veröffentlichte die SZ im Oktober. Darin heißt es unter anderem:

Ohne eigenes Konzept, aber auch ohne denkbare Alternativen geprüft zu haben, hatten sich Stuttgarts Stadtväter vertraglich verpflichtet, das Projekt mitzutragen.

Am Ende des Artikels lautet das Fazit:

Ein Resultat wird von denen, die nicht einverstanden sind, nur dann friedlich akzeptiert, wenn sie in die Entscheidungsfindung eingebunden sind und ihre Einwände realistische Chancen auf Gehör haben.

Diesen Lernprozess machen die Stuttgarter jetzt offensichtlich mit 15 Jahren Verzögerung durch.

“Tall, skinny coyote in distance”

Neulich wurde in privater Runde behauptet, Präriehunde verfügen über eine komplexe Sprache mit Verben und Adjektiven. Zunächst war ich skeptisch, doch im Internet wird diese Hypothese mindestens teilweise bestätigt:

Prairie dogs have the most complex natural language that has been decoded so far. (…) For example, a single bark may be attuned to say “tall, skinny coyote in distance, moving rapidly towards colony”

Biooptischer Datenträger

Kaum zu glauben, dass sowas möglich ist.
… keine Stromversorgung, kabellos, shockresistant, ….

Würzburger Mörder

Im Maintal, südlich von Würzburg, wird in der Nähe eines Tümpels die halb verweste Leiche einer jungen Mexikanerin gefunden. Mit der Aufklärung des Verbrechens sind Kriminalhauptkommissar Peter Haller und seine Mitarbeiterin Birgit Sacher befasst.
aus BR Heimatkrimi: Freiwild ein Würzburg Krimi

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Der Krimi kam am Samstag, den 16.10 im BR und ist in der BR Mediathek leider nur noch 2 Tage lang verfügbar.

Aber am Samstag den 23. Oktober kommt um 20.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen der nächste Heimatkrimi:
Sau Nummer vier. Ein Niederbayernkrimi.

Edit:
Jetzt gibt’s auch Sau Nummer vier 6 Tage lang in der BR Mediathek zum nachscheuen.

Vom Gottesstaat zum Schurkenstaat

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Es knirscht immer lauter bei den so genannten Bürgerlichen. Kaum hatte Horst Seehofer “die Lufthoheit über deutsche Stammtische” (Philipp Mißfelder) zurückgewonnen, schon kommt von FDP-Generalsekretär Christian Lindner eine erstaunliche Aussage: „Das Christentum ist nicht die deutsche Staatsreligion“. Nanu? Wohin führt diese Debatte? Wird als nächstes der Vatikan zum Schurkenstaat erklärt? Und wie reagiert die CSU? Ruft sie vom Balkon der Münchner Staatskanzlei einen heiligen römisch-katholischen bayerischen Gottesstaat aus?

Heißer Anti-Atom-Herbst 2010

Herbstaktionen

Im “Heißen Anti-Atom-Herbst” sollten die Aktivisten und Demonstranten im Eifer des Gefechts nicht vergessen, dass sie selbst auch aus Atomen bestehen – genau wie Windkrafträder, Solarzellen, Wasserkraftwerke und so gut wie alles andere, was sich im Universum befindet. Bei aller Sympathie: “Anti-Atom” ist Blödsinn, richtig muss es natürlich “Anti-Atomkraft” heißen.

Gesichtsschleierhuren

oder in englisch: Niqabitches.

NiqaBitch shakes Paris (Official video – english version) from NiqaBitch on Vimeo.

Das Video soll mittlerweile weltberühmt sein, schreibt der Zündfunk, wir bringen’s jetzt auch.

Das Video ist mittlerweile weltberühmt: Zwei junge Frauen mit Gesichtsschleier und Hotpants – die Niqabitches – spazieren durch Paris. Die Protestaktion gegen Sarkozys Gesetz löste ein großes Medienecho aus. Der Zündfunk hat die beiden unverschleiert in Paris getroffen.
Bayern2 Zündfunk: Protestaktion Zwei Niqabitches in Paris, Von Laura Freisberg, Stand: 13.10.2010

Ade Kurt Albert

Einst hat er rote Punkte an seine frei gekletterten Routen gemacht und damit das Rotpunkt Klettern erfunden. Am 26. September 2010 ist er am Hohenglücksteig abgestürzt und 2 Tage später an seinen Verletzungen gestorben.

Heute um 15:00 war seine Abscheidsfeier an der Muschelquelle bei Streitberg:

Ich habe Kurt in den 90ern ein paar mal beim Klettern in der Fränkischen getroffen und immer wieder mal einen seiner Vorträge besucht. Legendär war sein Bild, damals auf dem Topoführer Nördlicher Frankenjura (Foto: Thomas Ballenberger):

TopoFrankenjura

.. und in Erinnerung geblieben ist mir ein USA Bericht aus der ROTPUNKT 02/91 von Tilmann Hepp:

»… Driving, driving, driving. That’s the way. Kurt machte es sich auf dem Fahrersitz bequem. Er saß nicht am Steuer, er lag am Steuer. Ab und zu schreckte er auf, riß wie ein Wilder das Lenkrad herum, lenkte den Van auf die Mitte der Fahrbahn zurück, um sich dann wieder in einen fahrenden Dämmerzustand zu begeben. Die Fahrerei mit ihm gestaltete sich interessant. Irgendwann schlich sich der Verdacht bei uns ein, er sei nachtblind. Doch er kam ohne Crash durch, und so konnten wir ihn nie überführen.«

Knockin’ on heaven’s door.
Good bye Kurt.

weitere Infos:

Borat auf bayrisch

Heute endet das Oktoberfest 2010. Aus diesem Anlass hier diese historischen Aufnahmen vom Oktoberfest 1976 aus dem Film “Bierkampf” von Herbert Achternbusch, der inzwischen ziemlich in Vergessenheit geraten ist. Zu Unrecht, denn Achternbuschs komödiantisches Talent in dieser Szene erinnert fast ein bisschen an Sacha Baron Cohen – der war damals gerade mal fünf Jahre alt.

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