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Auf zur Wacht!

“Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren!” ist der Titel eines Gastkommentars des CDU-Bundestagsabgeordneten Ansgar Heveling. Der Text ist auf eigentümlich Weise lesenswert, befindet spiegelonline, und dem stimmen wir zu. Wo sonst kann man zum Beispiel so etwas lesen:

Wenn wir nicht wollen, dass sich nach dem Abzug der digitalen Horden und des Schlachtennebels nur noch die ruinenhaften Stümpfe unserer Gesellschaft in die Sonne recken und wir auf die verbrannte Erde unserer Kultur schauen müssen, dann heißt es, jetzt wachsam zu sein. Also, Bürger, auf zur Wacht!

Ähm, wie meinen? Die ruinenhaften Stümpfe unserer Gesellschaft soll sich nicht in die Sonne recken? Hm. Also, die einzig vernünftige Erklärung für diesen Stuss ist unter den User-Kommentaren zu diesem Artikel zu finden:

30.01.2012, 14:20 Uhr, H-Wendt: Das hat doch bestimmt ein Titanic-Redakteur verfasst. Ist das ernst gemeint?

Saludos Amigos!

Nun fragen wir uns schon seit ein paar Tagen: Wie geht es weiter mit Christian Wulf? Wie lang darf die Leitung eines Bundespräsidenten sein? Muss – wie bei Oberst Gaddafi – die Nato eingreifen, um ihn zum Rücktritt zu bewegen? Oder wird es so enden, wie beim bayerischen Ministerpräsidenten Max Streibl:

Im Januar 1993 wurde bekannt, dass Streibl während seiner Zeit als bayerischer Finanzminister (1977 – 1988) Zuwendungen aus der Industrie erhalten hatte (…) Streibl wies alle Vorwürfe als „Schmutz- und Hetzkampagne“ zurück (…). Im Februar 1993, beim traditionellen Politischen Aschermittwoch der CSU in Passau, begrüßte Streibl seine Anhänger mit den Worten „Saludos Amigos!“. Frei von jeder Selbstkritik fragte er in seiner Rede: „Freunde zu haben, ist das eine Schande bei uns in der CSU?“

Dem können wir nur in äußert schlechtem Spanisch hinzufügen: Adios, los Lobos!

Fränkische Gemütlichkeit

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Zu den vielen Neuigkeiten des Jahres 2011 gehörte auch die Eröffnung des Biergartens “republik frank und frei” in der Köpenicker Straße in Berlin. “Mit Bratwurst und Bier will der Nürnberger Fotograf Edi Pizzolitto die Bundeshauptstadt erobern”, lesen wir im Artikel der Nürnberger Nachrichten, und weiter: “Seine Bratwürste, sein Schmorkraut oder sein Obatzter brauchen keinen Vergleich mit der Küche der Landgasthöfe in der Fränkischen Schweiz zu scheuen” – davon konnten wir uns im August persönlich überzeugen.

Und bevor es jetzt zur Silvesterfeier geht, wünschen wir den Streifzüge-Lesern einen guten Rutsch und alles Gute für 2012.

DFB-Pokal

Dass Greuther Fürth den 1. FC Nürnberg im Pokal besiegt hat, ist eigentlich gar nicht so schlimm. Denn der nächste Gegner heißt nun Hoffenheim – gegen diese Mannschaft haben die Clubberer noch nie gewonnen. Hoffen wir also, dass Greuther die “Kraichgauer” aufmischt.

Das Spiel Nürnberg gegen Fürth hatte noch einen anderen positiven Aspekt. Auf den ersten Blick erschien es zwar recht schwierig, das Spiel in München live zu verfolgen, weil alle Sky-Kneipen natürlich das zeitgleiche Bayern-Spiel zeigten. Dann stellte sich jedoch heraus, dass mit einer relativ unkomplizierten Eingabe bei Google (“bundesliga livestream kostenlos”) auch Nicht-Abonnenten von Sky über das Internet recht schnell und kostengünstig zu einer passablen Live-Übertragung solcher Spiele gelangen können.

Plaudern mit Kinski

Mal wieder ein nettes Fundstück aus Youtube. Dazu Wikipedia:

Herzog beschreibt Kinski auch als außerordentlich fleißigen Schauspieler, der (…) oft grundlose Wutanfälle hatte, insbesondere dann, wenn er den Eindruck hatte, nicht genügend Aufmerksamkeit zu bekommen. In ruhigen Momenten habe Kinski seine harschen Ausbrüche und auch die Skandale als Versuche ausgegeben, Aufmerksamkeit zu erregen.

Politisches Schwergewicht

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Endlich: Karl Theodor Nepomuk Maria Theresia Hannibal Sylvester Caspar Melchior Balthasar Tutanchamun von und zu Guttenberg ist wieder da. Im Ernst: es sind während des Aufenthalts in Amerika zwar keine neuen Vornamen hinzugekommen – aber der eine oder andere Doppelwhopper hat offensichtlich seine Spuren hinterlassen. Mit anderen Worten: der Freiherr wird langsam zum politischen Schwergewicht – und wenn es für die Politik nicht reichen sollte, dann kann er ja bald als Double für Ottfried Fischer einspringen.

Marie die Welt reist von alleine

Tja, was man bei Youtube so alles aufstöbert, nur weil Franz-Josef Degenhardt gestorben ist… einerseits erschreckend und andererseits inzwischen schon fast die “gute alte Zeit”. Und hier noch der Hinweis an das jüngere Publikum: nein, das ist nicht Otto Waalkes und auch nicht Marius Müller Westernhagen.

Erotik-Anbieter ZDF

Ein neuer Stern am Satire-Himmel. An der Kampagne, “künftig keine erotischen Sendungen mehr einzuplanen”, kann man hier teilnehmen.

Reform des Kapitalismus

Der Kapitalismus hat, gestützt auf Wettbewerb und Leistungswillen des Einzelnen, zu großen wirtschaftlichen Erfolgen, aber auch zu gesellschaftlicher Ungerechtigkeit geführt. Die liberale Reform des Kapitalismus erstrebt die Aufhebung der Ungleichgewichte des Vorteils und der Ballung wirtschaftlicher Macht, die aus der Akkumulation von Geld und Besitz und der Konzentration des Eigentums an den Produktionsmitteln in wenigen Händen folgen.

Auszug aus den “Freiburger Thesen” der FDP von 1971. Siehe auch “Liberaler Schwenk nach links” (Kalenderblatt DLF vom 27.10.2011).

Wahlkämpfer Herrmann

Die Piratenpartei hat es gut. Denn der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) macht unfreiwillig Wahlkampf für die Piraten, beispielsweise mit solchen Kommentaren zum Einsatz von Spionagesoftware durch bayerische Behörden:

“Die bayerische Polizei und die Justiz tun nur das, wozu sie durch entsprechende Gesetze ausdrücklich ermächtigt sind. Verstöße kann ich keine erkennen.”

Da sind wir jedenfalls gespannt, ob die Piratenpartei beim nächsten “DeutschlandTrend” schon über 10% liegt.

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