Glasnost

Als Reaktion auf die Vorwürfe, VW hätte Einfluss auf eine Regierungserklärung von Ministerpräsident Weil genommen, hat die niedersächsische Staatskanzlei nun die Änderungen am Redemanuskript veröffentlicht. Dazu der Kommentar der taz:

Warum ist eine solche Veröffentlichung eigentlich nicht Standard? Für alle Reden in allen deutschen Parlamenten? So dass immer klar und deutlich wird, wer wann wo mit welcher Intention Einfluss nehmen wollte. Wann das Erfolg hatte. Und wann nicht. Und wo wir schon dabei sind: Noch wichtiger wäre das natürlich noch für konkrete Gesetzentwürfe, bei denen es ja nicht um die Verbreitung von mehr oder weniger gehaltvollen Floskeln, sondern um konkrete Politik geht.

Eigentlich gar keine schlechte Idee.

Wahljahr

Bei der Entscheidung für die „Ehe für Alle“ wurden wir ja nochmal kurz daran erinnert, dass die Parteien des „linken Spektrums“, nämlich SPD, Grüne und Linke derzeit über eine absolute Mehrheit im Bundestag verfügen. Tja, wenn man die Wahlprognosen so ansieht, wird das wohl bald Geschichte sein. Wenn ca. 40% der Wählerstimmen an die Union und 8% an die AfD gehen, rückt eine SPD-geführte Bundesregierung in weite Ferne. SPD, Grüne und Linke kommen zusammen auf ungefähr 40%. So wie es jetzt steht, könnte es für Schwarz-Gelb reichen. Sonst halt weiter Große Koalition. Keine schönen Aussichten.

Mickey

Ich habe ja schon seit meiner frühesten Jugend eine Schwäche für so ein Zeug, daher sollte ich Mickey von Toni Basil eigentlich kennen. Aber offensichtlich ist mir dieser Song in der Zeit zwischen 1982 und 2017 immer entgangen. Die perfekte Mischung aus Spice Girls, Nina Hagen und Blondie, würde ich sagen. Und wenn man die Augen zukneift, erkennt man mit ein bisschen Phantasie sogar Sahra Wagenknecht unter den Tänzerinnen. Was will man mehr.

 

 

Helden der lohnabhängigen Massen

Am 1. Juni 1967 erschien Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band. Da war ich noch ziemlich klein und deswegen habe ich mir dieses Album erst in den 90er Jahren als CD gekauft. Tja, die Beatles… Wahrscheinlich hat der Journalist Ray Connolly dieses Phänomen ganz gut zusammengefasst:

„Die Beatles waren Helden der lohnabhängigen Massen, konservative Revolutionäre und Pioniere, die dort den Surrealismus eingepflanzt haben, wo zuvor nur der Kitsch wucherte. Und sie unterminierten die ganze schwülstige Schlagerindustrie mit der Sprache des Alltags.“

Das Zitat stammt aus dem DLF-Kalenderblatt von heute.

Cruise Missiles

Marschflugkörper waren ja mal in alles Munde – und zwar in den frühen 80er Jahren, als sie, mit Atomsprengköpfen bestückt, in Westeuropa stationiert werden sollten. Es gab sogar einen Song von Fischer-Z mit dem Titel Cruise Missiles. Inzwischen gehören Marschflugkörper vom Typ Tomahawk laut Wikipedia

…zu den US-amerikanischen und britischen Erstschlagswaffen in jedem kriegerischen Konflikt und übernehmen zunehmend die Aufgaben bemannter Bomber. Ohne das Risiko, Piloten oder Flugzeuge zu gefährden, können sie tief in gegnerisches Territorium eindringen, Bunker, Radaranlagen, Raketensilos oder Kommandoposten zerstören oder die feindliche Infrastruktur schwächen.

Etwa 60 Tomahawk-Marschflugkörper wurden auch beim Angriff auf den syrischen Militärflugplatz al-Schairat in dieser Woche eingesetzt, jeweils mit ca. 500 kg TNT bestückt. Bleibt nur zu hoffen, dass sich keine Zivilisten in der Nähe der Einschlagstellen befanden.

Auswärtsspielrekorde

Puh, das war wieder eine spannende Bundesliga-Saison: bis kurz vor Ende der Hinrunde war wirklich alles offen… vielleicht mal ein kleiner Tipp an die Konkurrenz des FC Bayern: insgesamt vier Teams waren in der laufenden Saison in den Heimspielen ungefähr genauso erfolgreich wie die Münchner. Das heißt: die Differenz von 10 bis 15 Punkten auf die „Verfolger“ hat der FC Bayern in den Auswärtsspielen herausgearbeitet (FCB: 10 Siege in 14 Spielen. Zum Vergleich: der BVB schaffte nur 4 Siege in 14 Spielen). Apropos Auswärtsspiele: In Gefahr ist übrigens auch ein legendär-makabrer Rekord des 1. FC Nürnberg: in der Saison 1983/1984 verloren die Clubberer bekanntlich 17 von insgesamt 17 Auswärtsspielen. Darmstadt 98 hat in der laufenden Saison bereits 13 Auswärtsspiele hintereinander verloren. Am Ende könnte die Tordifferenz darüber entscheiden, wer sich als die schlechteste Auswärtsmannschaft aller Zeiten bezeichnen darf. Wir drücken die Daumen.

 

Wahrheit im Nacken

„Militärausgaben – China ist dem Westen auf den Fersen“ lautet der Titel eines Artikels von Petra Kolonko, der auf der FAZ-Website erschienen ist. Dazu stellen wir fest:

  1. „Auf den Fersen sein“ bedeutet „(jemandem) dicht folgen“, „dicht hinter jemandem her sein“,  „(jemandem) im Nacken sitzen“.
  2. „Der Westen“ ist im allgemeinen Sprachgebrauch nicht die USA, sondern  die NATO.
  3. Die Militärausgaben der Nato liegen aktuell bei ca. 900 Mrd. USD, die Militärausgaben Chinas bei ca. 200 Mrd. USD. Von „China ist dem Westen auf den Fersen“ kann keine Rede sein, der Abstand ist riesig.

Fazit: Die Überschrift ist sachlich falsch, führt in die Irre und verstößt gegen die journalistische Sorgfaltspflicht. Armer Qualitätsjournalismus. Unser Vorschlag: Demnächst mal einen Artikel zum Thema „Berliner Morgenpost (50000 Abonnements) ist der FAZ (180000 Abonnements) auf den Fersen“.