Wahrheit im Nacken

„Militärausgaben – China ist dem Westen auf den Fersen“ lautet der Titel eines Artikels von Petra Kolonko, der auf der FAZ-Website erschienen ist. Dazu stellen wir fest:

  1. „Auf den Fersen sein“ bedeutet „(jemandem) dicht folgen“, „dicht hinter jemandem her sein“,  „(jemandem) im Nacken sitzen“.
  2. „Der Westen“ ist im allgemeinen Sprachgebrauch nicht die USA, sondern  die NATO.
  3. Die Militärausgaben der Nato liegen aktuell bei ca. 900 Mrd. USD, die Militärausgaben Chinas bei ca. 200 Mrd. USD. Von „China ist dem Westen auf den Fersen“ kann keine Rede sein, der Abstand ist riesig.

Fazit: Die Überschrift ist sachlich falsch, führt in die Irre und verstößt gegen die journalistische Sorgfaltspflicht. Armer Qualitätsjournalismus. Unser Vorschlag: Demnächst mal einen Artikel zum Thema „Berliner Morgenpost (50000 Abonnements) ist der FAZ (180000 Abonnements) auf den Fersen“.

Eklatanter Verstoß

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Test einer ballistischen Rakete durch den Iran als einen „eklatanten Verstoß“ gegen die UN-Resolution bezeichnet. Also muss es stimmen. Schließlich zweifelt  kaum jemand daran, dass Netanjahu ein ausgewiesener Experte für eklatante Verstöße gegen UN-Resolutionen ist.

Ihr seids mia

Jetzt geistert wieder die Idee durch die Presse, die CSU könnte ja nicht nur in Bayern, sondern bundesweit zu Wahlen antreten. Allerdings müsste die Partei dazu erstmal 15 Landesverbände aufbauen und zwar in:

Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Ehrlich gesagt, in der CSU ist es derzeit ganz schön schwierig, jemanden zu finden, dem auch nur der Aufbau eines einzigen neuen Landesverbandes gelingen könnte. Und selbst wenn: bleibt die CSU dann eine bayerische Partei? Fährt PhDr. Scheuer nach Duisburg, Emden, Rostock, Saarbrücken, Bremen oder Cottbus und ruft den Leuten zu: „Ihr seids jetzt auch mia“? Die Reaktion der „Preißn“ würde ich ja zu gerne sehen.