Bankster

ackermann DW Wirtsc 428928gWas ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank, fragte Berthold Brecht bekanntlich in der Dreigroschenoper. In diesen unruhigen Tagen wird die Frage neu formuliert: Was ist schlimmer, der Zusammenbruch oder die Rettung einer Bank? Anscheinend ist unser Wirtschaftssystem derzeit so abhängig vom Bankenwesen, dass es zu großangelegten Rettungsaktionen keine Alternative gibt. Vielleicht wird sich das eines Tages ändern, wenn Kreditnehmer und Kreditgeber im großen Maßstab auf Vermittlungsplattformen wie Smava zusammenfinden – dann brauchen wir die Bankster nicht mehr.

Landtagswahlen 2008

Mannomann, wer hätte das gedacht, dass die ruhmreiche CSU so abschmiert. Den Ministerpräsidenten trifft das offensichtlich völlig unvorbereitet – gestern hat er noch verkündigt, ein Plan B sei nicht nötig. Gefährlich ist das Wahlergebnis auch für die taz: sie versprach Neu-Abonnementen einen Gratis-Monat für jedes angefangene Prozent, das die CSU bei der Landtagswahl 2008 unter 50% der Stimmen bleibt. Das wären dann nach unserer Rechnung 7 Monate – also eine ziemliche Umsatzeinbuße, wo die taz doch eh schon immer so knapp bei Kasse ist. Und überhaupt: handelt es sich dabei nicht um Wahlmanipulation? Aber Spaß beiseite. Beim Statistischen Landesamt kann man noch mal in Ruhe nachschauen, wo die CSU am meisten Wähler verloren hat und wie sich die anderen Parteien in den einzelnen Wahlbezirken geschlagen haben.

Kick it like Beckstein

becksteinEndlich hat Günther Beckstein ein Machtwort gesprochen: nach zwei Maß mit dem Auto nach Hause – kein Problem. Der Standpunkt ist nachvollziehbar – schließlich handelt es sich hier um traditionelle Verhaltensregeln in der CSU. Uns geht der Vorschlag aber noch nicht weit genug: wir fordern ein Fahrverbot bei weniger als 0,5 Promille Blutalkohol sowie eine Belohnung für diejenigen, die trotz Trunkenheit am Steuer weder Sach- noch Personenschäden verursachen. Und da die CSU zur Zeit Wähler ansprechen muss, die bisher nicht zum Stammklientel gehören: auch nach zwei Joints sollte zukünftig im schönen Bayern niemand sein Auto stehen lassen müssen.

Kaspertheater

Koch Roland 2 Zur Zeit ist es schwer zu sagen, wer mehr leidet: Club-Fans oder SPD-Anhänger. Ohne jede Not haben Herr Beck und Frau Ypsilanti in Hessen ein Kaspertheater inszeniert und sich selbst statt den Wahlverlierer Roland Koch blamiert. Die Süddeutsche Zeitung kommentiert treffend:

Die SPD muss versuchen, einen geschäftsführenden Ministerpräsidenten Koch im Parlament mit jener linken Mehrheit vor sich herzutreiben, die man von Beginn an hätte nutzen sollen (…). Statt unter den Augen einer schadenfrohen Öffentlichkeit einen am Amt klebenden Ministerpräsidenten zu piesacken und vorzuführen, geht die SPD ihre Projekte nun mit einer mehrfachen Hypothek an: Nicht mehr Koch, sondern Ypsilanti steht nun im Ruf, für das Amt jeden Preis in Kauf zu nehmen. Immer mehr Menschen dürften Koch inzwischen als einen Hort der Stabilität wahrnehmen statt als Mann, der das Land erst vor wenigen Wochen so tief gespalten hat.

(via Deutschlandfunk Presseschau)

Furchtlos und alt

Nixon greets POW McCainHierzulande fokussiert sich die Berichterstattung über den Wahlkampf in den USA auf das Duell zwischen Hillary Clinton und Barack Obama. Dabei gerät fast in Vergessenheit, dass der Gewinner der Vorwahlen erstmal noch gegen den Republikaner John McCain antreten muss, um Präsident zu werden. Aber wer ist John McCain? Bei tagesschau.de gibt es ein achtminütiges Portrait des 71-jährigen Kandidaten.