Prima leben und sparen

Das Schöne an der Reform der Krankenkassen, die jetzt von den C-Parteien vorgeschlagen wurde, ist ja dieser Aspekt: Spitzenverdiener werden stärker an den Kosten des Gesundheitssystem beteiligt. Anfang Oktober berichtete der Spiegel von Berechnungen, nach denen der Unterschied beispielsweise bei Josef Ackermann, dem Chef der Deutschen Bank, 44.000 EUR ausmachen würde. Pro Monat, Herr Ackermann. Da lohnt es sich ja richtig, 2006 mal die Sozis zu wählen. Und dann bitte wieder das Victory-Zeichen, wenn Schröder dranbleibt. Wir freuen uns drauf.

Tränen lügen nicht

Durch die detaillierte Berichterstattung über die letzten Tage Jassir Arafats konnte die Öffentlichkeit endlich einmal aus nächster Nähe erleben, wie es ist, wenn jemand stirbt. Die Stationen sind: schlechter Zustand, Koma, noch tieferes Koma, angeblich tot, halb tot, tot mit intakten Organen, so gut wie tot. Jetzt endlich der Abschlussbericht: Arafat ist tot. Im Westjordanland hatten viele Palästinenser Tränen in den Augen und Beobachter fragten sich: sind sie wegen Arafat so traurig oder liegt es eher an den Tränengasgranaten der israelischen Armee?

Home of the Brave

Nach CNN-Schätzungen haben rund 57,1 Millionen US-Bürger für Präsident George W. Bush gestimmt, 53,5 für seinen Herausforderer Kerry. Wie erwartet, gaben damit über die Hälfte der Wähler ihre Stimme einer Clique, die ihre Armee in einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg im Irak geführt hat, in dem bisher etwa 15000 Zivilisten getötet wurden. Die hunderte von Menschen ohne Rechtsgrundlage nach Guantanamo verschleppt hat und dort seit Jahren festhält. Die (möglicherweise erfolgreich) versucht hat, zu verhindern, dass die Ereignisse des 11. September 2001 durch einen Untersuchungsausschuss aufgeklärt werden. Die internationale Menschenrechts- und Kriegsführungskonventionen nur noch dann einhält, wenn es ihr richtig erscheint. Right or Wrong – God`s Country. Danke, USA.

Steuerverschwendung

Am 28. September hat der Bund der Steuerzahler (BdSt) das diesjährige so genannte Schwarzbuch vorgestellt, in dem, so der BdSt, exemplarisch gravierende Fälle von Steuergeldverschwendung im ganzen Bundesgebiet dokumentiert werden. Das Gesamtvolumen der verschwendeten Mittel schätzt der BdSt auf 30 Mrd. EUR pro Jahr. Eine stolze Summe. Andererseits: bei jährlichen Gesamtausgaben der öffentlichen Hand von rund 1000 Mrd. EUR heißt das auch, dass 97% der Steuergelder ordentlich verwaltet werden – also eigentlich kein Grund zur Panik.