„Fast die nächste Chance“

Eine zehn- bis 15-minütige Zusammenfassung eines Fussballspiels enthält genauso viele Höhepunkte, aber beträchtlich weniger Leerlauf als eine 90-minütige Live-Übertragung. Das wurde in der Gruppenphase der „UEFA EM 2016™“ wieder besonders deutlich. Ungefähr 1,9 Tore fielen pro Spiel, in der Gruppe C waren es nur sieben Tore in sechs Spielen. Dementsprechend langweilig verlaufen die Spiele. Noch schlimmer wird es durch Kommentatoren, die versuchen, das Publikum dennoch bei Laune zu halten, beispielweise durch den Ausruf: „Fast die nächste Chance!“ – Es soll uns schon als Höhepunkt verkauft werden, was noch nicht mal eine Chance war.

In der nun beginnenden Finalrunde erscheint die Verteilung der Favoriten etwas ungleichmäßig: Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich und England befinden sich alle im selben Zweig, das heißt nur eine dieser Mannschaften kann das Finale erreichen. Dabei betreibt die UEFA einen beträchtlichen Aufwand bei der Zulosung der Gruppengegner. Angeblich werden bestimmte Kugeln sogar vorher in den Kühlschrank gelegt, um Verwechslungen zu vermeiden – jedenfalls, wenn man dem Schweizer Whistleblower Josef Blatter glaubt.

Google jumped out Red Bull

watteweich

Wer erinnert sich noch an den Rummel um Red Bull Stratos, den Fallschirmsprung von Felix Baumgartner aus der Stratosphäre. Absprunghöhe war 38.969 m, damals ein neuer Weltrekord.

Millionen saßen damals, am 14. Oktober 2012, vor der Kiste und schauten zu. Und Baumgartner ist mit dem Spruch »I know the whole world is watching now. …« abgesprungen. Red Bull hat dafür, nach eigenen Angaben, 25 Mio Euro ausgegeben.

Mittlerweile hat Alan Eustace, Manager bei Google, hat den Rekord gebrochen. Er ist, 57-jährig, am 24. Oktober 2014 aus 41.419 m abgesprungen. Dazu hat er genau einen! Journalisten eingeladen.

Das ganze Stratospheric Explorer (StratEx) Projekt wurde ohne Sponsoren finanziert und im kleinen Kreis realisiert. Google hat also gar nichts damit zu tun ^^

weiterlesen

Gute Freunde kann niemand trennen

Man kommt ja kaum noch nach – jetzt feiert die nächste bayrische Lichtgestalt einen runden Geburtstag. Was wäre die Welt ohne Franz Beckenbauer und Sprüche wie „People call me se Kaiser, yeah“? Aber Vorsicht: vielleicht stammt dieses Zitat gar nicht von ihm selbst, sondern von Schorsch Aigner, dessen dunkle Machenschaften kürzlich in einem ausgesprochen sehenswerten ZDF-Mockumentary enthüllt wurden.

Speed!

Wahnsinn:

Arbor Skateboards :: James Kelly – Burn It Down from Arbor Collective on Vimeo.

On a rare occasion, you see a video that makes you stop – stop what you’re doing, stop what you’re thinking, even stop how you’re breathing – a video that masters your emotions and alters your vitals. At that moment, when your heart jumps into your throat, and your nerve endings fire, you realize you’re seeing something memorable.

With that we invite you to see a piece we filmed with Arbor team rider, James Kelly, to support the launch of his new pro model. The final product stopped us in our tracks. It reminded us once again why in downhill skating James is called the American Dream. A title he’s been burning down for years with a humble approach and an unmatched intensity at speed.

weiterlesen

Vier Sterne

Unsere Jungs haben es also tatsächlich geschafft. Fussball ist unser Leben, denn König Fussball regiert die Welt. Miro ist der beste WM-Torschütze aller Zeiten, Deutschland die erste europäische Mannschaft, die in Amerika Weltmeister wird. Poldi macht die besten Selfies, Müller schneidet die besten Grimassen, Jogi Löw ist der neue Messias, und jetzt Buenos Dias.

Spanien wird Weltmeister

Endlich: die Spiele können beginnen! Wenn es ungefähr so läuft wie vor vier Jahren in Südafrika, verdient die FIFA an der WM 2014 2,3 Mrd. EUR. Zum Vergleich: Die Robert Bosch GmbH machte 2012 auch 2,3 Mrd. EUR Gewinn, benötigte dazu aber ca. 270 000 Mitarbeiter. Bei der FIFA (310 Mitarbeiter) lag der Gewinn pro Mitarbeiter 2010 bei sagenhaften 7,4 Mio. EUR, ein Kennwert, der sonst vermutlich nur im Drogenhandel erreicht wird.  Wenn überhaupt. Jakob Augstein schreibt bei Spiegel Online:

Der internationale Fußball ist Leuten wie Sepp Blatter, Franz Beckenbauer und Michel Platini in die Hände gefallen. (…) Der neoliberale Kapitalismus missbraucht die Begeisterung der Fans. Korruption, Umweltzerstörung, Unterdrückung. Jeder Fernsehzuschauer macht sich mitschuldig, wenn ganze Wohnviertel dem Erdboden gleichgemacht werden, um Platz für neue Stadien zu schaffen, wenn Arbeiter wie Sklaven gehalten werden, wenn Protest niedergeknüppelt und Aktivisten verhaftet werden.

Nun ja, wahrscheinlich stimmt das auch, aber wer von uns bringt es schon übers Herz, den Fernseher auszuschalten, wenn es losgeht? Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Spanien wird Weltmeister, ebenfalls aus finanziellen Gründen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist dabei: „Nach der Marktwert-Prognose ist die Chance für das DFB-Team, den Titel zu gewinnen, so groß wie schon lange nicht mehr.“

Brasilien wird Weltmeister

In der FIFA-Weltrangliste steht Spanien aktuell auf Platz 1, gefolgt von Deutschland und Brasilien. Bei den Wettanbietern ist dagegen Brasilien der klare WM-Favorit, für Deutschland, Argentinien und Spanien liegen die Quoten derzeit zwischen 1:5 und 1:8. Würde man jetzt darauf wetten, dass Italien Weltmeister wird, erhält man etwa den zwanzigfachen Wetteinsatz, wenn es so kommen sollte. Tja, dass man mit Prognosen sehr leicht daneben liegen kann, zeigt dieses Beispiel:

Peter Dixon von der  Research-Abteilung der Commerzbank hat den brasilianischen Sieg mathematisch berechnet – mit Formeln, die er sonst für das Erstellen von Aktienanalysen nutzt (FAZ: Brasilien wird Weltmeister – wahrscheinlich).

Diese Prognose bezog sich allerdings auf die Weltmeisterschaft 2010, und da schaffte es Brasilien bekanntlich nicht einmal bis ins Finale.