Gemeinsame Vorfahren

Paul Breitner und Josef Ratzinger alias Benedikt XIV sind miteinander verwandt, berichteten Anfang der Woche einige Zeitungen. Da brauchen wir nicht nachlesen, denn für uns brave Christen ist eh klar, dass Breitner und Ratzinger gemeinsame Vorfahren haben: Adam und Eva. Unter diesem bibeltreuen Gesichtspunkt hoffen wir, dass die Presse das bevorstehende Sommerloch nutzt, um weitere Mitglieder der Papst-Familie vorzustellen: zum Beispiel Alice Schwarzer, Heinrich Himmler, Vader Abraham, Mohammed Atta oder Siegfried und Roy.

Frühling bei Söder

Das Zentralkomittee der CSU bleibt offensichtlich beim Beschluss, ihren besten Blogger Markus Söder aus dem Netz zu nehmen. Wir halten diese heimliche Zensur für skandalös und werden sie daher weiterhin anprangern. www.soeder.de darf nicht sterben! Aus aktuellem Anlass zitieren wir jetzt also Markus Söders Gedanken zum Thema Frühling – wie sie in der guten alten Zeit auf seiner Website zu finden waren:

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Liebe Leser,

ohne Sonne – das haben wir schon in der Schule gelernt – gäbe es auf der Erde überhaupt kein Leben. Es ist ein Wunder der Natur, wie Pflanzen Sonnenlicht in chemische Energie umwandeln können. Wir Menschen brauchen Sonnenlicht aber auch für unsere Seele. Ein grauer Tag ohne Sonne hat es bei uns ganz schwer, zu einem halbwegs erträglichen Tag zu werden. Es gibt wahrscheinlich niemanden, der sich nach dem Aufstehen über Nieselregen oder Graupelschauer freut, wenn er aus dem Fenster schaut. In Ländern, in denen seltener die Sonne scheint, haben die Leute mehr Depressionen als anderswo. Dunkelheit macht schwermütig. Ich finde, dass es jetzt lange genug dunkel war. Am Sonntag ist Frühlingsanfang. Astronomen berechnen dieses Datum danach, wann die Sonne am Himmel von der Nord- auf die Südhalbkugel wechselt. Seit jeher gilt der Beginn der wärmeren Jahreszeit als eine Art Aufbruch. Seit jeher gilt der Frühling als die Zeit, in der wir besonders gerne Gefühle zeigen. Es gibt ziemlich wenige romantische Geschichten, die im Herbst oder im Winter spielen. Es gibt unzählige wundervolle Zeilen über den Frühling. Alle großen Dichter haben ihm ihre schönsten Werke gewidmet. Ein paar davon werde ich am Sonntag lesen. Und mich freuen. Selbst, wenn es regnen sollte. Ihr Markus Söder (Ende des Zitats)

Was lernen wir aus diesen Zeilen? Unsere Vorurteile sind völlig falsch. Auch hohe CSU-Funktionäre sind Menschen. Sie denken und fühlen wie wir. Sie lesen Gedichte. Sie zeigen im Frühling besonders gerne ihre Gefühle. Sie kennen sich aber auch mit Ländern aus, in denen seltener die Sonne scheint. Und sie wissen, wann die Sonne auf die Südhalbkugel wechselt. Dunkelheit macht sie schwermütig. Deswegen stehen sie ganz oben. Im Licht. Das brauchen sie für ihre Seele.

Näher am Menschen

Der coolste Blogger in der CSU ist mit Sicherheit Generalsekretär Markus Söder: „Mein Name ist Markus Söder, hier lernen Sie mich online kennen“ – so liest man es beim Betreten seiner Homepage, und das ist nicht zuviel versprochen. in der Rubrik Notizen bloggt Markus dann, was das Zeug hält, über Terror, Olympia, Dialysepatienten und natürlich Enzo, den besten Freund des Söders. Selbst Thomas Gsella hat das Potential erkannt und widmet sich in der aktuellen Titanic auf vier Seiten den literarischen Ergüssen des CSU-Topstars.

Mein Freund der Wald

Das Volksbegehren „Aus Liebe zum Wald“ in Bayern ist knapp gescheitert. Das lag möglicherweise auch an den Argumenten der Baumfreunde wie „Jedes Bienenvolk verliert im Sommer mehrere Kilo Bienenmasse, da die Lebensdauer der Sommerbienen sich nur auf wenige Wochen beschränkt.“ Aber eines, liebe Niederbayern und Oberpfälzer, ist mir ein Rätsel: warum gab es bei Euch so eine geringe Unterstützung für das Volksbegehren? Kennt Ihr denn nicht das Sprichwort: Erst stirbt der Wald, dann stirbt der Hinterwäldler?

It`s so nice to be rich

Fernsehärztin Antje-Katrin Kühnemann schreibt in ihrer Kolumne für die Neue Apotheken Illustrierte zum Thema Schizophrenie: „Wahnvorstellungen, Stimmen hören, sich verfolgt oder beobachtet fühlen, zu glauben, alle möglichen Signale zu empfangen, all das kann vorkommen.“ Verfolgt und beobachtet fühlte sich Frau Doktor auch beim Besuch im Münchner Restaurant Käfer-Schänke: Eine Dame am Nachbartisch störte sich nämlich daran, dass die beiden Kühnemann-Hunde Happy und Beauty ihr Freßchen aus feinen Porzellantellern vom Tisch aßen. Das Käfer-Personal schob dieser Entgleisung aber kurzerhand einen Riegel vor – die Beschwerdeführerin wurde aus dem Lokal entfernt, so dass Happy, Beauty und Antje-Katrin in Ruhe fertig fressen konnten. Glück im Unglück: Sollten die Tiere durch den häßlichen Vorfall seelischen Schaden genommen haben, sind sie bei Frau Kühnemann ja gleich in kompetenten Händen.