Doktorspiele und Lacherfolge

Soll nochmal jemand behaupten, die Politgiganten der bayrischen CSU hätten keinen Sinn für Humor. Dazu zunächst ein kleiner Rückblick: Im August 2013 berichtete der Spiegel:

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) betrachtet die Vorwürfe in der NSA-Affäre für nicht länger haltbar. „Alle Verdächtigungen, die erhoben wurden, sind ausgeräumt“, sagte der CSU-Politiker der „Rheinischen Post“. Es habe „viel Lärm um falsche Behauptungen und Verdächtigungen“ gegeben, die sich nun „in Luft aufgelöst haben“, so Friedrich. Es gebe auch keine Anhaltspunkte, dass deutsche oder europäische Regierungsstellen abgehört worden seien.

Aber es kommt noch besser. Anfang der Woche erklärte Friedrich – inzwischen Landwirtschaftsminister – dem Münchner Merkur, als Innenminister hatte er Wichtigeres zu tun als sich um  die NSA-Affäre zu kümmern. Zum Beispiel, „wie kann Integration funktionieren“. Aha. Nicht schlecht.

Aber kaum ist dieser Lacherfolg verklungen, betritt schon der nächste Komödiant die Bühne: CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer erklärte heute, dass er künftig auf das Tragen seines Doktortitels verzichten werde. Genau genommen handelt es sich allerdings nicht um einen richtigen Doktortitel, sondern um einen in Prag erworbenen „Doktor filozofie“, der offenbar nur in Bayern und Berlin gilt. Thema der Arbeit war übrigens „Die politische Kommunikation der CSU im System Bayerns“. Chapeau!

Neue Rekorde

Ein bisschen bizarr ist es schon: dass Uli Hoeneß, Vorsitzender des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG, sich an betrügerischen Geschäften beteiligt hat, kann nicht bestritten werden – es ergibt sich aus seiner Selbstanzeige. Jetzt stellt sich zusätzlich heraus, dass Karl-Heinz Rumenigge, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG, wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen verurteilt wurde und damit vorbestraft ist. Na, ob der FC Bayern jetzt auch in der Kategorie Straftaten alle Rekorde brechen will, kann uns egal sein. Ein ehrlicher 18. Platz in der Bundesliga ist uns auf alle Fälle lieber als solche Funktionäre.

Keine Maut – kein Koalitionsvertrag

Das wurde uns von den C-Politikern vor der Wahl versprochen:

„Ich unterschreibe als CSU-Vorsitzender nach der Bundestagswahl keinen Koalitionsvertrag, in dem die Einführung der Pkw-Maut für ausländische Autofahrer nicht drin steht“ (Horst Seehofer zur Bild am Sonntag, 11.08.2013)

„Mit mir wird es keine PKW-Maut geben.“ (Angela Merkel im TV-Duell mit Peer Steinbrück am 1. September 2013)

Jetzt sind wir gespannt. In Kürze wird sich herausstellen, wer von beiden gelogen hat.

Medienkampagne

Bayrische Wähler aufgepasst: Unser geliebter Präsident und Staatsratsvorsitzender Horst Seehofer wird derzeit durch eine beispiellose, von Preußen ferngesteuerte Medienkampagne diskreditiert. So haben Journalisten aus der Westdeutschen Demokratischen Republik (WDR) beispielsweise versucht, Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) auf bayrischem Hoheitsgebiet Fragen zu stellen, ohne dass dazu eine schriftliche Erlaubnis der Staatsregierung vorlag. Darüber hinaus wird unser geliebter Präsident und Staatsratsvorsitzender schon kritisiert, nur weil er sich auf Facebook mal einen kleinen Spaß erlaubt. Was droht unserem schönen Bayern und unserer geliebten CSU als nächstes? Ein “Punk-Gebet” in der Münchner Frauenkirche mit der Textzeile „Mutter Gottes, Jungfrau, verjage Seehofer„? CSU-Wähler, lasst euch in diesen schweren Zeiten nicht verunsichern! Kreuzt einfach den Wahlzettel genauso wie immer in den letzten 50 Jahren an, dann kann gar nichts passieren.

Entscheidender Schritt

Die Süddeutsche Zeitung berichtet heute über die wechselnden Positionen der bayerischen Justizministerin Beate Merk (CSU) in der Angelegenheit Gustl Mollath: letztes Jahr hieß es noch, Herr Mollath sei gefährlich und sitze zu recht in der Psychatrie, heute behauptet Merk, sie hätte den entscheidenden Schritt getan, damit Mollath freigelassen wird. Wer das seltsam findet, kann sich hier direkt an Beate Merk wenden.

Tickets fürs Finale

Das gab´s noch nie: zwei deutsche Mannschaften im Finale der Champions League. Also schnell Karten besorgen. Aber leider:

Das Ticketportal für das Finale der UEFA Champions League 2013 war vom 11. Februar um 12.00 Uhr MEZ bis zum 15. März um 18.00 Uhr MEZ geöffnet für Bestellungen der breiten Öffentlichkeit. Karten gab es in vier Preiskategorien (GBP) – Kategorie 1: £330, Kategorie 2: £230, Kategorie 3: £140, Kategorie 4: £60. Quelle: UEFA

60 britische Pfund, also etwas mehr als 70 EUR, geht eigentlich – falls man sich rechtzeitig gekümmert hat. Inzwischen muss man schon etwas tiefer in die Tasche greifen, z.B. bei Viagogo: