Ein Blogger kennt keine Ferien

Das ist die Ansicht von Felix Salmon, ein Amerikaner, der für den ziemlich erfolgreichen Blog portfolio.com geschrieben hat und zur Zeit für die Nachrichtenagentur Reuters bloggt.

Er hat 10 Thesen aufgestellt, warum die deutschen Blogs nicht so recht funktionieren. Und das ist echt interessant und eine schöne Charakterstudie von uns 😉

10. Die Deutschen nehmen ihre Ferien extrem ernst. Der Blogger kennt keine Ferien. (Zehn Gründe, warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren, aus Süddeutsche Zeitung Magazin, Heft 19/2009)

Geburtstagsgrüße

Heute wird Gerhard Schröder 65 Jahre alt. Er war Medienkanzler, Autokanzler, Basta-Kanzler, aber vor allem einer von sehr wenigen Sozialdemokraten, die es jemals geschafft haben, eine Bundestagswahl zu gewinnen. Alleine dafür, dass damit 16 bleierne Jahre unter dem Regime von Helmut Kohl beendet wurden, sind wir schon sehr dankbar. Und die Pöbeleien in der Elefantenrunde verzeihen wir ihm natürlich auch.

Wenn man das Zeit-Interview von letzter Woche liest, hat man nicht den Eindruck, Gerhard Schröder hätte sich sehr verändert. Dennoch: einige Fragen bleiben offen… zum Beispiel, warum kamen Herrn Schröder hier die Tränen?

War es Abschiedsschmerz? Oder einfach nur Mitleid mit den armen Würstchen, die mit Stahlhelm auf dem Kopf ein Lied von Frank Sinatra spielen müssen?

Müllhalde im Briefkasten

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Jedes Jahr landen Schätzungen zufolge rund 1,3 Millionen Tonnen Flyer, Wurfzettel, Prospekte, Kataloge, Werbepostkarten und Werbebriefe in den Briefkästen der deutschen Haushalte – und zweifellos ein großer Teil davon ungelesen im Müll. Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung empfindet das als Belästigung. Abhilfe könnte ein Gesetzentwurf schaffen, der in Kürze dem Bundestag vorgelegt wird. Danach sollen personenbezogene Daten zu Werbezwecken oder zur Markt- und Meinungsforschung künftig grundsätzlich nur noch mit ausdrücklicher Einwilligung der Betroffenen verwendet werden dürfen. Wir drücken schon mal die Daumen, dass das Gesetz tatsächlich verabschiedet wird.

„Die konnten nicht mal ihre Gitarren stimmen“

Zu den gern verdrängten Kapiteln der deutschen Pop-Kultur gehört die Berliner Boy-Group The Teens. Aber im digitalen Zeitalter gerät so schnell nichts in Vergessenheit: erst kürzlich würdigte ein Artikel in der Spiegel-Rubrik „Eines Tages“ den Aufstieg und Fall der „Spree City Rollers“. Für die jüngeren Streifzüge-Nutzer hier noch eine Kostprobe, was wir früher so alles aushalten mussten:

Noblesse oblige

adelSo genannte Adlige neigen oftmals zu Übertreibungen – vermutlich deswegen statteten Mami und Papi Guttenberg ihren kleinen Sprössling nicht mit einem Vornamen, sondern mit einem elfteiligen Namensregister aus: „Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Wilhelm Franz Joseph Sylvester“. Unseren Schätzungen zufolge hat der neue Wirtschaftminister insgesamt ungefähr so viele Vornamen hat wie alle anderen Kabinettsmitglieder zusammen.