Magie der Geldschöpfung

Wer bestimmt eigentlich, wieviel Geld im Umlauf ist? Gestern abend dazu auf 3Sat die Sendung Die große Geldflut, in der aber auch nicht alle Fragen beantwortet wurden. Immerhin kann man auf Wikipedia nachlesen, dass die Magie der Geldschöpfung die „Gesellen Raufebold, Habebald und Haltefest“ anlockt und worin die Unterschiede zwischen Giralgeldschöpfung und dem Vollgeldsystem liegen. Eigentlich wäre es schon wichtig, darüber etwas mehr zu wissen, allerdings stellt sich die Frage, ob solche Formulierungen dabei hilfreich sind:

Der Geldmengensteuerungsfunktion durch die Zentralbank sind allerdings, durch die Art der Fiskalpolitik der jeweiligen Regierung und durch die jeweilige Höhe der Kreditnachfrage (insbesondere bei rückläufiger Nettokreditaufnahme aufgrund erhöhter Konsolidierungsbemühungen) der Privaten, Grenzen gesetzt.

Naja, wenn man es zum dritten Mal durchliest, versteht man es vielleicht doch.

Die Rente ist sicher

Die Deutschen Renterversicherung zahlt gegenwärtig rund 20 Mrd. EUR pro Monat an die Rentenempfänger aus. Ergibt im Jahr ungefähr 240 Mrd. EUR und entspricht bei 40 Mio. Erwerbstätigen in Deutschland einen Betrag von 6000 EUR, den jeder Erwerbstätige jährlich in Form von Rentenbeiträgen oder Steuern in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen muss. Ganz schön viel. Vor allem wenn man bedenkt, dass die geburtenstarken Jahrgänge (1955 bis 1969) zum größten Teil noch beruftstätig sind.

Entschuldung in weniger als 15 Jahren

In der Europäischen Union gehen jährlich  etwa eine Billion EUR an Steuern durch so genannte Steuerumgehung am Fiskus vorbei. Sagt NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) und beruft sich dabei auf Schätzungen der EU-Kommission. Auf Deutschland entfallen von dieser Summe etwa 160 Milliarden EUR. Wenn man das hochrechnet, könnte die Bundesrepublik innerhalb von etwa 15 Jahren die aufgehäuften Schulden (derzeit etwa 2100 Milliarden EUR) komplett zurückzahlen, wenn die Firmen einfach ganz normal ihre Gewinne versteuern würden. Ohne Steuererhöhung. Ohne öffentliche Sparprogramme. Klingt irgendwie verlockend, würde ich sagen.

Spanien wird Weltmeister

Endlich: die Spiele können beginnen! Wenn es ungefähr so läuft wie vor vier Jahren in Südafrika, verdient die FIFA an der WM 2014 2,3 Mrd. EUR. Zum Vergleich: Die Robert Bosch GmbH machte 2012 auch 2,3 Mrd. EUR Gewinn, benötigte dazu aber ca. 270 000 Mitarbeiter. Bei der FIFA (310 Mitarbeiter) lag der Gewinn pro Mitarbeiter 2010 bei sagenhaften 7,4 Mio. EUR, ein Kennwert, der sonst vermutlich nur im Drogenhandel erreicht wird.  Wenn überhaupt. Jakob Augstein schreibt bei Spiegel Online:

Der internationale Fußball ist Leuten wie Sepp Blatter, Franz Beckenbauer und Michel Platini in die Hände gefallen. (…) Der neoliberale Kapitalismus missbraucht die Begeisterung der Fans. Korruption, Umweltzerstörung, Unterdrückung. Jeder Fernsehzuschauer macht sich mitschuldig, wenn ganze Wohnviertel dem Erdboden gleichgemacht werden, um Platz für neue Stadien zu schaffen, wenn Arbeiter wie Sklaven gehalten werden, wenn Protest niedergeknüppelt und Aktivisten verhaftet werden.

Nun ja, wahrscheinlich stimmt das auch, aber wer von uns bringt es schon übers Herz, den Fernseher auszuschalten, wenn es losgeht? Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Spanien wird Weltmeister, ebenfalls aus finanziellen Gründen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist dabei: „Nach der Marktwert-Prognose ist die Chance für das DFB-Team, den Titel zu gewinnen, so groß wie schon lange nicht mehr.“

Arme Näherinnen, teure T-Shirts

Wenn das T-Shirt 35 Cent teurer wäre, wäre vielen in Bangladesh geholfen, schreibt Jürgen Webermann auf tagesschau.de. Klingt eigentlich gut, stimmt aber vermutlich nicht. Denn vom Preis eines T-Shirts auf die Höhe der Löhne und die Qualität der Arbeitsbedingungen zu schließen kann mächtig schiefgehen, rechnet Dennis Krämer in der FAZ vor.