Entscheidender Schritt

Die Süddeutsche Zeitung berichtet heute über die wechselnden Positionen der bayerischen Justizministerin Beate Merk (CSU) in der Angelegenheit Gustl Mollath: letztes Jahr hieß es noch, Herr Mollath sei gefährlich und sitze zu recht in der Psychatrie, heute behauptet Merk, sie hätte den entscheidenden Schritt getan, damit Mollath freigelassen wird. Wer das seltsam findet, kann sich hier direkt an Beate Merk wenden.

Verlosung

Am kommenden Montag findet die Verlosung der Presseplätze beim NSU-Prozess statt. Wie die Platzvergabe nun geregelt ist, kann man hier nachlesen. Ganz schön kompliziert. Einfacher wäre es gewesen, rechtzeitig nachzuschauen, wie andere Länder mit solchen Problemen umgehen:

Mehr als 800 Journalisten waren in Oslo dabei, von CNN über Al Dschasira bis zur chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua. Und nie gab es irgendein Gerangel um die besten Plätze oder Bilder.

Aber die Justiz in Deutschland hat im Moment offensichtlich nicht die Absicht, am 21. Jahrhundert teilzunehmen.

EPD

Heute ist Equal Pay Day (EPD) – der Aktionstag markiert jenen Zeitraum, den Frauen über den Jahreswechsel hinaus länger arbeiten müssen, um auf das durchschnittliche Jahresgehalt von Männern zu kommen. Hm, wenn wir richtig gerechnet haben, können Personen mit einem Jahresgehalt von 50000 EUR den Martin-Winterkorn-EPD erst in etwa 350 Jahren feiern… Aber im Ernst: das statistische Bundesamt ist der Frage nachgegangen, warum der Verdienstabstand zwischen männlichen und weiblichen Arbeitnehmern in Deutschland auf einem konstant hohen Niveau von über 20 % liegt. Demzufolge arbeiten Frauen häufiger in schlecht bezahlten Berufen, während im Verarbeitenden Gewerbe und bei gut bezahlten Fachkräften der Männeranteil überwiegt. Rechnet man diese strukturellen Unterschiede heraus, bleibt ein „unerklärter Rest“  von 7% übrig. Dieser ist den Angaben zufolge möglicherweise darauf zurückzuführen, dass bei weiblichen Arbeitnehmern familienbedingte Erwerbsunterbrechungen eine kontinuierliche Gehaltserhöhung verhindern.

Kardinal in der U-Bahn

Heute in der Süddeutschen Zeitung auf Seite 1 –  natürlich der Aufmacher “Große Erwartungen an Papst Franziskus”. Auf Seite 2 selbstverständlich Thema des Tages: “Wofür der Papst steht”. Dann die Seite 3 mit dem Hintergrund: “Vom Himmel gefallen – Gott, wollte, dass es ein Argentinier wird, sagen sie in der Heimat des neuen Papstes”. Und auf Seite 4 befindet sich unterhalb des Leitartikels mit dem Titel “Papst Franziskus” ein kleiner Kasten, der mit dem Satz beginnt:

China hat einen neuen Regierungschef, den Ökonomen Li Keqiang.

Hä? China? Ach so, das muss irgend so ein asiatisches Land mit etwa 1,3 Milliarden Einwohnern sein, das Prognosen zufolge in ein paar Jahren zur weltweit führenden Wirtschaftsmacht aufsteigt. Tja, was es alles so gibt auf der Welt. Aber jetzt wieder zurück zum Wesentlichen: Papst Franziskus, schreibt Sebastian Schoepp in seinem SZ-Leitartikel,  “verabscheut Pomp, liebt Fußball und fuhr als Kardinal U-Bahn, was man sich bei Joseph Ratzinger schwer vorstellen konnte”. Na dann: Halleluja und Buenos Noches.

Stayin‘ Alive

Was tun, wenn man unerwartet gezwungen ist, eine Herzdruckmassage durchzuführen, um einen Atem- und Kreislaufstillstand zu beenden? Kein Witz: Am besten denkt man dabei an den Bee Gees-Song „Stayin‘ Alive“, denn er hat die ideale Taktfrequenz, um die Qualität der Herzdruckmassage signifikant zu erhöhen. “Staying Alive” trat heute vor 35 Jahren in die deutschen Charts ein und landete laut Chartsurfer.de auf Platz 5 der Liste der erfolgreichsten Hits des Jahres 1978.