Seltsame Welt

Es geht nirgends so merkwürdig zu wie auf der Welt, so hat Kurt Tucholsky ja mal die allgemeine Lage recht treffend zusammengefasst. Bei Wikipedia spiegelt sich das natürlich auch wider – beispielsweise beim fränkischen Sektengründer August Engelhardt, bei der Disco Demolition Night im Jahr 1979, beim Pathologen Thomas Stoltz Harvey oder bei der Aktion Bernhard während des zweiten Weltkriegs. Von Mark Twain gibt es auch noch ein passendes Zitat dazu: “When we remember we are all mad, the mysteries disappear and life stands explained.”

Eklatanter Verstoß

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Test einer ballistischen Rakete durch den Iran als einen „eklatanten Verstoß“ gegen die UN-Resolution bezeichnet. Also muss es stimmen. Schließlich zweifelt  kaum jemand daran, dass Netanjahu ein ausgewiesener Experte für eklatante Verstöße gegen UN-Resolutionen ist.

Jahrestag der zwölf Magier

Wenn man bei Wikipedia nachliest, entsteht der Eindruck, die „Heiligen Drei Könige“ waren möglicherweise zu zwölft, vermutlich keine Könige und wurden erst ein paar Jahrhunderte später zu Heiligen erklärt. Nun ja, ein typischer katholischer Feiertag halt – es ist so gut wie unmöglich herauszubekommen, was überhaupt gefeiert wird.

Let’s end the hate

Es kommt nicht auf die Religion an!

Und weil’s ganz gut dazu passt:

Für alle Religionen und Konfessionen gilt weiterhin das Prinzip des weltanschaulich neutralen Staates und das Recht auf freie Religionsausübung. Insofern sollte es eigentlich keine Probleme geben. Doch komischer Weise ist es genau andersherum. Je kleiner die Rolle von Glauben, Religion und Kirchen im Leben der Menschen werden, desto vehementer werden sie verteidigt. Und plötzlich gibt es in Deutschland Forderungen, das christliche Abendland zu verteidigen oder die Burka zu verbieten.
BR2 Nachtstudio Mehr Ideen wagen! Die Nachtstudio-Diskussion, 06.12.2016 20:03 bis 21:00 Uhr

Dschihad der Nagetiere

Kaum zu glauben: nun schürt auch noch das Oberhaupt der katholischen Kirche mit einer unbedachten Ausssage neue Religionskonflikte:

„Manche Menschen glauben – entschuldigen Sie den Ausdruck -, dass sich gute Katholiken wie Karnickel vermehren müssen.“

So sprach Papst Franziskus und verletzte damit offensichtlich die Gefühle der bisher relativ unauffälligen Religionsgemeinschaft der „Rasse-Kaninchenzüchter“. Man dürfe nicht allen Kaninchen pauschal ein erhöhtes Sexualverhalten unterstellen, sagte Erwin Leowsky, der Patriarch Präsident des Zentralverbandes Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter, am Dienstag. Vermutlich fühlen sich die Kaninchen entwürdigt, wenn ihre Sexualgewohnheiten mit denen von Katholiken verglichen werden.

Wir hoffen, der Streit wird schnell und ohne Rodentisierung des Abendlandes beigelegt. Leider müssen wir aber auch darauf hinweisen, dass manche Karikaturisten offensichtlich nicht bereit sind, die moralischen Werte dieser Nagetier-Religionsgemeinschaft zu respektieren. Wen wundert es dann noch, wenn plötzlich Kaninchenzüchter, die wegen der Perspektivlosigkeit in der Vorstädten zu Fanatismus neigen, mit der AK-47 vor der Tür stehen. Gut ins Gesamtbild passt diese Meldung: Gott ist vor kurzem in ein anderes Sonnensystem ausgewandert, weil er die Religionskonflikte satt hat. An seiner neuen Wirkungsstätte wird er den Angaben zufolge „auf organische Lebensformen mit mehr als zwei Zellen verzichten“.

Satanische Verse

Vor 25 Jahren, am 14. Februar 1989 verlangte Ayatollah Khomeini die Tötung des Schriftstellers Salman Rushdie wegen angeblicher Gotteslästerung in dessen Buch „Die Satanischen Verse“ und wegen Abfalls vom Islam. Laut Wikipedia war die Fatwa auch Todesurteil für alle, die an der Veröffentlichung beteiligt waren und den Inhalt des Buchs kannten. Auf mehrere Übersetzer des Buchs wurden Anschläge verübt, der japanische Übersetzer Hitoshi Igarashi wurde am 11. Juli 1991 im Gebäude seines Büros an der Universität Tsukuba erstochen.

Deutschlandfunk-Beitrag von Henry Bernhard: „Rushdie – Die Satanische Verse“ (5.33 min., 10.02.2014):

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