Tag Archives: Sprache

Plaudern mit Kinski

Mal wieder ein nettes Fundstück aus Youtube. Dazu Wikipedia:

Herzog beschreibt Kinski auch als außerordentlich fleißigen Schauspieler, der (…) oft grundlose Wutanfälle hatte, insbesondere dann, wenn er den Eindruck hatte, nicht genügend Aufmerksamkeit zu bekommen. In ruhigen Momenten habe Kinski seine harschen Ausbrüche und auch die Skandale als Versuche ausgegeben, Aufmerksamkeit zu erregen.

Sieben Schneiderseelen

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Heute am 9. Januar jährt sich der Todestag von Wilhelm Busch, der so herausragende und seltsame Bildergeschichten wie “Die Ballade von den sieben Schneidern” erfand:

Es hatten sieben Schneider gar einen grimmen Mut;
Sie wetzten ihre Scheren und dürsteten nach Blut.

Die komplette Ballade hier.

Kühle Anwend

Ramsauer

Nachdem das deutsche Verkehrssystem problemlos mit dem harten Winter zurechtkommt, hat Verkehrsminister Ramsauer Zeit, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren – nämlich auf die Rettung der deutschen Sprache. “Als Patriot lege ich Wert darauf, daheim die eigene Muttersprache zu verwenden,” so Ramsauer – wohlgemerkt die eigene, nicht irgendeine x-beliebige Muttersprache. Deswegen ab sofort: “Tafelschreibblöcke” statt “Flipcharts”! “Mittagessen für bedeutende Personen” statt “VIP-Lunch”! Aber was ist mit dem “I-Phone”? “Ich-Fernsprecher”? Wird aus der “After-Work-Party” das “Nacharbeitsfest”? Aus der “Flatrate” die “Flachgebühr”? Und aus einer “coolen App” vielleicht eine “kühle Anwend”, Herr Ramsauer? Mann oh Mann. Mir san mir. Da passt das Attwenger-Lied “Kaklakariada” mal wieder wie die Faust aufs Auge:

Die Klankariadn dan se darauf konzentriern,
des Eigane dans feiern
und des Ondare negiern,
diese gonzn Patriotn,
nationale Idiotn,
bitte sads so guat und stöllts eich
in am Schwimmbod aufn Bodn,
und pinkelts bis zum Hois eich
olle gegenseitig on,
und dann tauchts nu amoi unta,
und dann nehmts an schluck davon,
und spuckts eich on damit solang
bis das eich schlecht is von der Kacke,
und wählen Sie die Nummer
neben ihrer Landesflagge.

“Tall, skinny coyote in distance”

Neulich wurde in privater Runde behauptet, Präriehunde verfügen über eine komplexe Sprache mit Verben und Adjektiven. Zunächst war ich skeptisch, doch im Internet wird diese Hypothese mindestens teilweise bestätigt:

Prairie dogs have the most complex natural language that has been decoded so far. (…) For example, a single bark may be attuned to say “tall, skinny coyote in distance, moving rapidly towards colony”

Werbeblocker

Die Leute vom Spiegel haben ihren obligatorischen Aprilscherz dieses Jahr ein paar Tage zu früh veröffentlicht – in einem Artikel vom 22.03.2010 heißt es:

Es kann nicht sein, dass Web-Nutzer, die zum einen Qualität einfordern und billig Produziertes zurecht ablehnen, reflexhaft abwehrend auf Werbung reagieren: 16 Prozent aller Web-Nutzer klicken sofort weiter und weg, wenn in einem Video ein Werbespot auftaucht.

Unverschämtheit, findet der Autor Frank Patalong, denn:

Der inzwischen 16 Jahre alte Deal zwischen Online-Medien und Mediennutzern lautet eigentlich so: Wir liefern Ihnen kostenfrei Inhalte, und Sie sehen sich dafür im Umfeld Werbung an.

Notwendig sei ein Bewusstseinswandel, heißt es weiter und schließlich “Wann schalten Sie Ihren Werbeblocker ab?”

Sehr witzig. Und was wäre der nächste Schritt? Vielleicht in der Fernsehwerbepause besonders aufmerksam sein, damit das Privatfernsehen nicht zugrunde geht?

Protestsongs

Wenn Musiker in den 80er Jahren politisch engagiert klingen wollten, hörte sich das ungefähr so an:

“Europa hatte zweimal Krieg
der dritte wird der letzte sein.
Gib bloß nicht auf, gib nicht klein bei
das weiche Wasser bricht den Stein”

Gott sei Dank versucht es die nächste Generation bei aller Protesthaltung mit ein bisschen mehr Ironie.  So heißt es in dem Stück  “Lehn dich auf” von Rupert´s Jazz Construction:

“Warum ist dieser I-Pod nur so teuer
des is nimma lustig, da sollt ma rebelliern.
Rottet euch zusammen, Wohlstandsnehmer
bildet Banden, dann wern sie’s schon kapieren”

Damit gewann die österreichische Band immerhin den FM4-Protestsongcontest 2008.

Münchhausen 2.0

In der Medienlandschaft steht Baron Münchhausen derzeit offenbar hoch im Kurs. Denn durchaus seriöse Quellen berichteten in den letzten Tagen, dass Verbrecher im peruanischen Dschungel Menschen umgebracht haben, um deren Körperfett zu verkaufen. Dies entpuppte sich später jedoch als makabre Erfindung eines Polizeigenerals. Auch andere Berichte, nach denen die Goldbestände aus Fort Knox in Wahrheit Wolframbarren mit einer Goldlegierung sind, erwiesen sich als wenig fundiert.

Speak you English? (Part 2)

“Der am weitesten verbreitete Aberglaube unter deutschen Intellektuellen ist der, dass sie englisch können.” Hm, von wem stammt dieser Spruch nochmal? Karl Kraus? Manchmal hilft Google auch nicht weiter… naja, egal, zur Sache: Die FAZ bietet einen Test an, mit dem wir unser Geschäftsenglisch überprüfen können. Manche der 32 Fragen sind ganz schön knifflig. Vielleicht wäre das auch eine Gelegenheit für unseren neuen Außenminister, seine Englisch-Kenntnisse aufzufrischen.

Kultivierte Langeweile

Wie bitte, ihr findet Streifzüge langweilig? Dann seht euch mal das hier an…

Genervter Deutscher

Apropos Nachbarländer: in Frankreich, so lesen wir in der Süddeutschen, stürmt seit kurzem Helmut Fritz mit deutschem Akzent, Derrick-Sonnenbrille und goldenen Turnschuhen die Charts. Aber keine Angst, die mühsam aufgebaute Deutsch-Französische-Freundschaft ist nicht in Gefahr, denn Helmut ist genauso wenig Deutscher wie Brüno aus Klagenfurt kommt.

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