Trockener Schwamm

Als talentierter Spaßvogel erweist sich der Vorsitzende des Bundeswehrverbands, Oberst Ulrich Kirsch, in der aktuellen Diskussion über die Reform der Bundeswehr. In einem Interview mit Deutschlandradio Kultur sagte er, die Bundeswehr sei permanent unterfinanziert. „Das ist wie mit einem trockenen Schwamm, wenn Sie da draufdrücken, kommt halt nichts mehr raus.“ Nach unserem Kenntnisstand ist die Bundeswehr damit der weltweit einzige trockene Schwamm, der jedes Jahr über 30 Mrd. EUR aufnehmen kann, ohne Rückstände zu hinterlassen – ein echtes Saugwunder.

Vergelt’s Gott

Es ist zum Heulen: Die Pension für Bischof Mixa in Höhe von 5400 EUR wird nach Angaben von Telepolis zu etwa zwei Dritteln von protestantischen und konfessionslosen Steuerzahlern finanziert. Der Spiegel berichtet, dass die katholische und die evangelische Kirche etwa 460 Millionen Euro an Zuschüssen aus Steuergeldern erhalten. In Bayern flossen demnach allein im vergangenen Jahr 65 Millionen Euro vom Freistaat an die katholische Kirche – völlig unabhängig von der Kirchensteuer. Wann hört dieser Wahnsinn endlich auf?

Anonyme Burgoholiker

FastfoodKein Aprilscherz: Fastfood macht süchtig – zumindest Ratten. Werden die Nagetiere mit extrem fettreicher Nahrung gefüttert, finden in ihren Gehirnen ähnliche Veränderungen wie bei Heroinabhängigen statt. Selbst mit Elektroschocks lässt sich die Fresssucht nicht stoppen. Tja, da kommen schlechte Zeiten auf die Burgerketten zu: andere Studien haben ergeben, Fastfood macht ungeduldig und dumm.

Werbeblocker

Die Leute vom Spiegel haben ihren obligatorischen Aprilscherz dieses Jahr ein paar Tage zu früh veröffentlicht – in einem Artikel vom 22.03.2010 heißt es:

Es kann nicht sein, dass Web-Nutzer, die zum einen Qualität einfordern und billig Produziertes zurecht ablehnen, reflexhaft abwehrend auf Werbung reagieren: 16 Prozent aller Web-Nutzer klicken sofort weiter und weg, wenn in einem Video ein Werbespot auftaucht.

Unverschämtheit, findet der Autor Frank Patalong, denn:

Der inzwischen 16 Jahre alte Deal zwischen Online-Medien und Mediennutzern lautet eigentlich so: Wir liefern Ihnen kostenfrei Inhalte, und Sie sehen sich dafür im Umfeld Werbung an.

Notwendig sei ein Bewusstseinswandel, heißt es weiter und schließlich „Wann schalten Sie Ihren Werbeblocker ab?“

Sehr witzig. Und was wäre der nächste Schritt? Vielleicht in der Fernsehwerbepause besonders aufmerksam sein, damit das Privatfernsehen nicht zugrunde geht?

Bankenabgabe

Die Regierung von Präsident Barack Obama will die Banken an den Folgekosten der Finanzkrise beteiligen. Dazu soll eine Abgabe von 0,15 Prozent bezogen auf die Bilanzsumme eingeführt werden. Na gut – klingt jetzt erstmal nicht nach sooooviel Geld. Aber übertragen auf die Bilanzsumme der Deutschen Bank von immerhin 1600 Milliarden EUR würde eine solche Abgabe rund 2,4 Mrd. EUR jährlich ausmachen. Das wäre dann in etwa die Hälfte dessen, was die Deutsche Bank im Laufe des Jahres 2009 an Gewinnen ergaunert hat. Doch leider sieht es im Moment nicht so aus, als ob Deutschland das amerikanische Modell kopieren will.

Klimafreundliche Haustiere

Bekanntlich werden Hunde, Katzen, Meerschweine, Hamster, Goldfische oder Wellensittiche gerne als Haustiere gehalten. Im Zeitalter der Klimakonferenzen stellt sich da natürlich die Frage: Wie viel Kohlendioxid verursacht eigentlich ein Haustier? Die Antwort gibt die Website Utopia: eine Katze bringt es danach immerhin auf 2 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Zierfische sind da schon deutlich klimafreundlicher: 100 Exemplare im beheizten 500 Liter-Aquarium belasten die Atmosphäre den Angaben zufolge jährlich mit nur 950 kg Kohlendioxid.

Welt ohne Atomwaffen

Eine Welt ohne Atomwaffen versprach Präsident Obama vor ein paar Monaten in Prag. Gute Idee. Wie das im Einzelnen gehen soll, darüber machen sich nun die Mitglieder von Global Zero Gedanken. So ungefähr könnte der Plan laut Süddeutsche Zeitung aussehen:

Die Global Zero Commission hat einen Plan entworfen, der einen Prozess zur Eliminierung aller Atomwaffen bis 2030 beschreibt. In Phase eins dieses „Global Action Zero Plan“ soll es von 2010 bis 2013 amerikanisch-russische Verhandlungen über Reduzierungen auf jeweils rund 1000 Sprengköpfe geben.

Phase zwei soll bis 2018 dauern. Darin sollen die amerikanisch-russischen Arsenale auf je 500 Sprengköpfe begrenzt werden, die übrigen Nuklearmächte frieren ihre Arsenale ein. Zudem wird ein System entwickelt, um die Einhaltung des Abkommens zu überwachen, die Kontrollen des zivilen nuklearen Brennstoffkreislaufs werden verstärkt.

In Phase drei (bis 2023) folgen multilaterale Verhandlungen über eine globale Nulllösung, in Phase vier (bis 2030) wird diese Nulllösung umgesetzt, begleitet von einem System der Überwachung und Durchsetzung.

Das hört sich utopisch an, aber einen Versuch ist es auf jeden Fall wert…