Weckruf

Schlau sind sie schon, unsere NATO-Funktionäre. „Russlands illegale militärische Aktionen in der Ukraine sind ein Weckruf“, sagt NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen. Sein Credo: Die europäischen Staaten müssten wieder mehr Geld für die eigene Sicherheit ausgeben. Wer die SIPRI-Zahlen anschaut, kommt eher zu einem gegenteiligen Ergebnis.

Demnach umfasst der russische Rüstungsetat etwa 90 Mrd. USD. Zum Vergleich: Frankreich und Deutschland geben zusammengerechnet 110 Mrd. USD für das Militär aus, Großbritannien nocheinmal fast 60 Mrd., Italien über 30 Mrd. USD, die Türkei 20 Mrd. USD, usw. usw. Wenn man alles zusammenrechnet, haben die europäischen NATO-Staaten einen Rüstungsetat von ungefähr 290 Mrd. USD – also gut dreimal so viel wie Russland (alle Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2013).

Ach ja, sobald ein NATO-Partner militärisch angegriffen wird, müssen laut Artikel 5 des Nato-Vertrags auch die USA eingreifen. Deren Rüstungsetat für 2013: 640 Mrd. USD. Insgesamt steht es nach Rüstungsausgaben zwischen Russland und der NATO also etwa 1:10. Vermutlich muss man kein Militärexperte sein, um vorauszusehen, dass Putin keinen aussichtslosen Konflikt mit der NATO riskieren wird. Selbst wenn die NATO-Mitgliedsländer ihre Rüstungsausgaben halbieren würden.

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