Hohe Zustimmung und schlechte Noten

Nicht schlecht, liebe Meinungsforscher: beim ZDF kommt ihr zu diesen Ergebnis:

100-Tage-Bilanz: Hohe Zustimmung zur Großen Koalition

67 Prozent aller Befragten sagen, dass die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD ihre Arbeit alles in allem gesehen eher gut macht, 26 Prozent dass sie das eher schlecht macht und sieben Prozent haben dazu keine Meinung.

Und praktisch zeitgleich heißt es bei der ARD:

Schlechte Noten für Große Koalition

Die Mehrheit der Deutschen sieht den Start der Großen Koalition nach den ersten 100 Tagen kritisch. 55 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden mit der Koalition aus CDU/CSU und SPD, 41 Prozent kommen zu einem positiven Urteil.

Bitte keine Neuwahlen

Was für ein Genuss: man schaut Nachrichten im Fernsehen – und weit und breit kein Rainer Brüderle, kein Philipp Rösler, kein Patrick Döring und kein Christian Lindner. Nur ganz selten und dann erfreulicherweise sehr kurz zu sehen: Guido Westerwelle. Doch oh je: dieses kleine Paradies kann schnell zerstört werden. Denn wenn die große Koalition nicht zustande kommt, könnte es Neuwahlen geben, und wer weiß, vielleicht kommt die FDP dann wieder auf mehr als 5% der Stimmen. Apropos: dass die FDP es im September 2013 nicht in den Bundestag geschafft hat, haben wir übrigens den Wählern in den neuen Bundesländern zu verdanken. In den alten Bundesländern entfielen auf die FDP 5,2% der Stimmen.

Qualitätslobbyismus

Nach dem Depublizieren, das seit September 2010 die Online-Angebote der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland stark einschränkt, haben sich die deutschen Verleger jetzt wieder etwas Neues ausgedacht: das „Leistungsschutzrecht für Presseverleger„. Google kontert auf seiner Website mit einer „breit angelegten Kampagne„. Tja, traurig, aber wahr: Die deutsche Verlagsbranche konzentriert sich zunehmend auf  Qualitätslobbyismus statt auf Qualitätsjournalismus.

Stern des Südens

Bundeswehrsoldaten nehmen Tabellenführer fest” – diese Schlagzeile gab vielen Fussballfans in Deutschland neue Hoffnung. Nachdem der FC Bayern acht Bundesligaspiele hintereinander gewonnen hat, blieb vermeintlich nur noch eine Militäroperation übrig, um wieder Spannung in die laufende Saison zu bringen. Beim nochmaligen Lesen der Überschrift stellte sich dann jedoch leider heraus, dass es sich bei der Festnahme nicht um einen Tabellenführer, sondern um einen Talibanführer handelte.

Saludos Amigos!

Nun fragen wir uns schon seit ein paar Tagen: Wie geht es weiter mit Christian Wulf? Wie lang darf die Leitung eines Bundespräsidenten sein? Muss – wie bei Oberst Gaddafi – die Nato eingreifen, um ihn zum Rücktritt zu bewegen? Oder wird es so enden, wie beim bayerischen Ministerpräsidenten Max Streibl:

Im Januar 1993 wurde bekannt, dass Streibl während seiner Zeit als bayerischer Finanzminister (1977 – 1988) Zuwendungen aus der Industrie erhalten hatte (…) Streibl wies alle Vorwürfe als „Schmutz- und Hetzkampagne“ zurück (…). Im Februar 1993, beim traditionellen Politischen Aschermittwoch der CSU in Passau, begrüßte Streibl seine Anhänger mit den Worten „Saludos Amigos!“. Frei von jeder Selbstkritik fragte er in seiner Rede: „Freunde zu haben, ist das eine Schande bei uns in der CSU?“

Dem können wir nur in äußert schlechtem Spanisch hinzufügen: Adios, los Lobos!