Kein Verbrechen

Ob Oliver Kalkofe lustig ist oder nicht – Ansichtssache. Im Schwarzen Kanal der Musikindustrie wird Kalkofe leider mal ganz ernst: „Filme illegal kopieren und verticken ist nicht cool, sondern genau so ein Verbrechen wie DVDs klauen und auf dem Flohmarkt verkaufen“, wird er dort zitiert. Bei aller Narrenfreiheit, Herr Kalkofe, das können wir Ihnen so nicht durchgehen lassen. Denn als Verbrechen werden in Deutschland nur Delikte bezeichnet, bei denen das Gesetz eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr vorschreibt. Alle anderen nennt man Vergehen. Auch wenn Sie fürs Fernsehen arbeiten: das müssten Sie schon wissen – sonst ganz einfach die Klappe halten.

Verhätschelter Planet

Alter Witz: „Treffen sich zwei Planeten, fragt der eine: Na, wie geht´s? – Sagt der andere: Beschissen, ich hab Homo sapiens.“ Was wir daraus lernen: nichts überschätzt der Mensch so gerne und so schrankenlos wie sich selbst. Deswegen wird ja auch gleich ein Riesentheater gemacht, wenn die Temperaturen in der Atmosphäre sich um ein paar Grad verändern. Um bei unserem Planetenwitz zu bleiben, andere Planeten haben kein Homo sapiens und trotzdem geht es ihnen noch viel schlechter als der Erde. So verliert ein kürzlich entdeckter Planet, der um die Sonne HD 209458 kreist, ca 10.000 Tonnen Materie pro Tag. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass er allmählich verdunstet.

Einzug der Plagiatoren

1971 führte Philip Zimbardo an der Stanford Universität in den USA ein Experiment durch, bei dem das Verhalten von Versuchspersonen in einem Gefängnis untersucht werden sollte. Das Experiment eskalierte, wurde nach sieben Tagen abgebrochen und lieferte die Vorlage für den deutschen Film „Das Experiment„. Vergleicht man die Handlung des Films mit den wahren Ereignissen, kommt man zu folgendem Schluss: alles, was der Drehbuchautor Mario Giordano für den Film dazu erfunden hat, ist ziemlich albern. Zweitens: Zahlreiche interessante Aspekte des echten Experiments kommen im Film aus unerklärlichen Gründen nicht vor. Fazit: die Website, auf der die Stanford University die Ereignisse von 1971 dokumentiert, ist aufschlussreicher und spannender als der Film. Daran ändert auch Moritz Bleibtreus Hundeblick nichts.

25 Jahre Grün

Mit Sprüchen wie „Atomkraftgegner überwintern bei Dunkelheit mit kaltem Hintern“ versuchte das Establishment in den späten 70er Jahren die Umweltbewegung zu diskreditieren. Heute wissen wir: das war weder witzig noch erfolgreich und verhinderte auch nicht, dass heute vor genau 25 Jahren die Partei „Die Grünen“ gegründet wurde. Laut Berliner Morgenpost waren es vor allem AKW-Demonstranten, Punks, Kommunisten, Anthroposophen und Vogelschützer, die sich 1980 zum Gründungsparteitag in Karlsruhe einfanden. Bereits drei Jahre später zogen die Grünen zum Entsetzen unserer Eltern in den Bundestag ein, und der Rest ist, wie es immer so schön heißt, Geschichte. Bei aller Zwiespältigkeit zur Feier des Tages heute mal ein herzliches und aufrichtiges Merci, Grüne, dass es euch gibt.

Gotteslästerung

Wie rückständig Europa sei, erkenne man daran, dass in den USA ein Mann zum Präsidenten gewählt wird, der sich auf Gott beruft, während in Europa Herr Buttiglione seines Ams entledigt wird, weil er sich für die Familie einsetzt. Soviel Blasphemie in einem einzigen Satz, Erzbischof von Köln Joachim Kardinal Meisner, und dann auch noch am 24. Dezember im Deutschlandfunk – da sind wir ja sogar an Weihnachten richtig stolz, dass wir aus Ihrer „Kirche“ ausgetreten sind.

Prima leben und sparen

Das Schöne an der Reform der Krankenkassen, die jetzt von den C-Parteien vorgeschlagen wurde, ist ja dieser Aspekt: Spitzenverdiener werden stärker an den Kosten des Gesundheitssystem beteiligt. Anfang Oktober berichtete der Spiegel von Berechnungen, nach denen der Unterschied beispielsweise bei Josef Ackermann, dem Chef der Deutschen Bank, 44.000 EUR ausmachen würde. Pro Monat, Herr Ackermann. Da lohnt es sich ja richtig, 2006 mal die Sozis zu wählen. Und dann bitte wieder das Victory-Zeichen, wenn Schröder dranbleibt. Wir freuen uns drauf.