Nazimethoden?

„Wenn einem die Argumente ausgehen, dann holt man schnell mal die gute alte Nazikeule raus“,
wie jetzt?

via
… someone had the temerity to call him a Nazi: „Just because someone doesn’t share mainstream opinion it doesn’t mean he’s a Nazi. Maybe I’m a concerned citizen who is afraid of foreign domination!“ …

„It’s easy to play the Nazi card“, / Cory Doctorow / 9:39pm Wed Jul 10,2019

Systemische Ursachen

Zum Abschluss der Relotius-Untersuchung melden sich zwei ehemalige Spiegel-Mitarbeiter in der taz zu Wort. In ihrem Artikel schreiben sie:

„…schon der Titel, „Der Fall Relotius“, ist falsch. Zutreffender wäre „Der Fall Spiegel“ gewesen. Der neue Report widerlegt nämlich die bis dahin verbreitete Version, das Magazin sei Opfer des raffinierten Tricksers Relotius geworden. Der Bericht ist vielmehr ein erschütterndes Dokument über das Verständnis von Journalismus in einem der führenden deutschen Medienhäuser, aber auch in den Ausbildungsstätten der Branche.“

Am Ende des Artikels heißt es:

Und es ist auch viel mehr als ein Spiegel-Problem. Während die Reportage im deutschen Journalismus eine enorme Aufwertung erfuhr, wurde die Aufklärung vernachlässigt: Das Erforschen und Beschreiben von Ist-Zuständen, das Aufdecken von Problemen, die nicht gleich Skandale sind, das Aufspüren gesellschaftlicher Fehl­entwicklungen, von Unzulänglichkeiten in Institutionen und ­Ministerien – nicht nur beim Spiegel, sondern überall in der Branche wurde es kleingeschrumpft.

Prinzipielle Eigenwilligkeit

Über zwölf Jahre ist es schon wieder her, dass wir bei Streifzüge zuletzt einen Film von Andreas Dresen besprochen haben. Nach der langen Pause jetzt also wieder mal eine Empfehlung für den sehenswerten Film „Gundermann“ über den 1998 verstorbenen Musiker und Baggerfahrer Gerhard Gundermann.

Peinlichkeiten

Auch wenn es schwer zu glauben ist, die Redensart „sich zum Horst machen“ gab es vermutlich lange bevor Horst Seehofer die politische Bühne betrat. Putin-Besuche, Schulterschluss mit Orban, Fake News, die Liste der Peinlichkeiten ist lang. Einziger Trost: im ZDF-Politbarometer belegt Innenminister Seehofer nun in der Beliebtheitsskala den vorletzten Platz – unbeliebter ist nur noch Markus Söder, der mit einem Wert von -0,5 einen Langzeit-Negativrekord einfährt.