„Fast die nächste Chance“

Eine zehn- bis 15-minütige Zusammenfassung eines Fussballspiels enthält genauso viele Höhepunkte, aber beträchtlich weniger Leerlauf als eine 90-minütige Live-Übertragung. Das wurde in der Gruppenphase der „UEFA EM 2016™“ wieder besonders deutlich. Ungefähr 1,9 Tore fielen pro Spiel, in der Gruppe C waren es nur sieben Tore in sechs Spielen. Dementsprechend langweilig verlaufen die Spiele. Noch schlimmer wird es durch Kommentatoren, die versuchen, das Publikum dennoch bei Laune zu halten, beispielweise durch den Ausruf: „Fast die nächste Chance!“ – Es soll uns schon als Höhepunkt verkauft werden, was noch nicht mal eine Chance war.

In der nun beginnenden Finalrunde erscheint die Verteilung der Favoriten etwas ungleichmäßig: Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich und England befinden sich alle im selben Zweig, das heißt nur eine dieser Mannschaften kann das Finale erreichen. Dabei betreibt die UEFA einen beträchtlichen Aufwand bei der Zulosung der Gruppengegner. Angeblich werden bestimmte Kugeln sogar vorher in den Kühlschrank gelegt, um Verwechslungen zu vermeiden – jedenfalls, wenn man dem Schweizer Whistleblower Josef Blatter glaubt.

Gruppe der Sieben

Bei Wikipedia lesen wir, dass das „G“ in G7 nicht für „groß“ steht, sondern für „Gruppe“. Das ist auch besser so, denn die sieben wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt sind: USA, China, Indien, Japan, Deutschland, Russland und Brasilien (Bruttoinlandsprodukt Kaufkraftparität Stand 2013) . Naja, immerhin: drei dieser Länder sind auf dem G7-Gipfel in Elmau vertreten. Großbritannien und Frankreich liegen nur noch auf Platz 8 und 9 der Weltrangliste, Italien ist 11., Kanada auf Platz 13 – hinter Südkorea.

Selten so gelacht

“Ronald Pofalla erklärt Diskussion über seinen Wechsel in den Vorstand der Deutschen Bahn für beendet” – diese Schlagzeile ist uns zwar bisher erspart geblieben. Aber was müssen wir bei tagesschau.de lesen: Beim Staatsbesuch in den USA erklärt Frankreichs Präsident Hollande die NSA-Affäre für erledigt. Na gut, eigentlich keine Überraschung… durch Youtube ist es ja schon länger bekannt, dass Hollande ein begnadeter Witzeerzähler ist.

Gesichtsschleierhuren

oder in englisch: Niqabitches.

NiqaBitch shakes Paris (Official video – english version) from NiqaBitch on Vimeo.

Das Video soll mittlerweile weltberühmt sein, schreibt der Zündfunk, wir bringen’s jetzt auch.

Das Video ist mittlerweile weltberühmt: Zwei junge Frauen mit Gesichtsschleier und Hotpants – die Niqabitches – spazieren durch Paris. Die Protestaktion gegen Sarkozys Gesetz löste ein großes Medienecho aus. Der Zündfunk hat die beiden unverschleiert in Paris getroffen.
Bayern2 Zündfunk: Protestaktion Zwei Niqabitches in Paris, Von Laura Freisberg, Stand: 13.10.2010