Doktorspiele und Lacherfolge

Soll nochmal jemand behaupten, die Politgiganten der bayrischen CSU hätten keinen Sinn für Humor. Dazu zunächst ein kleiner Rückblick: Im August 2013 berichtete der Spiegel:

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) betrachtet die Vorwürfe in der NSA-Affäre für nicht länger haltbar. „Alle Verdächtigungen, die erhoben wurden, sind ausgeräumt“, sagte der CSU-Politiker der „Rheinischen Post“. Es habe „viel Lärm um falsche Behauptungen und Verdächtigungen“ gegeben, die sich nun „in Luft aufgelöst haben“, so Friedrich. Es gebe auch keine Anhaltspunkte, dass deutsche oder europäische Regierungsstellen abgehört worden seien.

Aber es kommt noch besser. Anfang der Woche erklärte Friedrich – inzwischen Landwirtschaftsminister – dem Münchner Merkur, als Innenminister hatte er Wichtigeres zu tun als sich um  die NSA-Affäre zu kümmern. Zum Beispiel, „wie kann Integration funktionieren“. Aha. Nicht schlecht.

Aber kaum ist dieser Lacherfolg verklungen, betritt schon der nächste Komödiant die Bühne: CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer erklärte heute, dass er künftig auf das Tragen seines Doktortitels verzichten werde. Genau genommen handelt es sich allerdings nicht um einen richtigen Doktortitel, sondern um einen in Prag erworbenen „Doktor filozofie“, der offenbar nur in Bayern und Berlin gilt. Thema der Arbeit war übrigens „Die politische Kommunikation der CSU im System Bayerns“. Chapeau!

Erster

Im Profi-Rugby gab es schon 2009 das erste Outing.

Im deutschen Profi Fußball jetzt, 5 Jahre später, ist Thomas Hitzlsperger wohl der Erste:

Einen neuen Weg gehen
Ich hoffe, dass ich mit diesem Schritt in die Öffentlichkeit jungen
Spielern und Profisportlern Mut machen kann. Profisport und
Homosexualität schließen sich nicht aus
, davon bin ich
überzeugt. … .
Thomas Hitzlsperger
München, 9. Januar 2014, Meine bewusste und freie Entscheidung

Respekt!

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Eilmeldung

Am Dienstagvormittag hat die Frau des schwer verunglückten Michael Schumacher die Journalisten in einer Erklärung aufgefordert, die Klinik zu verlassen, damit die Ärzte dort in Ruhe arbeiten können. Selbst daraus machte die Nachrichtenagentur AFP eine Eilmeldung: »Corinna Schumacher fordert Journalisten zum Verlassen der Klinik auf.« Stefan Niggemeier bezeichnet das als „Grenzenlose Ungereimtheit der Medien„.

Bitte keine Neuwahlen

Was für ein Genuss: man schaut Nachrichten im Fernsehen – und weit und breit kein Rainer Brüderle, kein Philipp Rösler, kein Patrick Döring und kein Christian Lindner. Nur ganz selten und dann erfreulicherweise sehr kurz zu sehen: Guido Westerwelle. Doch oh je: dieses kleine Paradies kann schnell zerstört werden. Denn wenn die große Koalition nicht zustande kommt, könnte es Neuwahlen geben, und wer weiß, vielleicht kommt die FDP dann wieder auf mehr als 5% der Stimmen. Apropos: dass die FDP es im September 2013 nicht in den Bundestag geschafft hat, haben wir übrigens den Wählern in den neuen Bundesländern zu verdanken. In den alten Bundesländern entfielen auf die FDP 5,2% der Stimmen.

Neue Rekorde

Ein bisschen bizarr ist es schon: dass Uli Hoeneß, Vorsitzender des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG, sich an betrügerischen Geschäften beteiligt hat, kann nicht bestritten werden – es ergibt sich aus seiner Selbstanzeige. Jetzt stellt sich zusätzlich heraus, dass Karl-Heinz Rumenigge, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG, wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen verurteilt wurde und damit vorbestraft ist. Na, ob der FC Bayern jetzt auch in der Kategorie Straftaten alle Rekorde brechen will, kann uns egal sein. Ein ehrlicher 18. Platz in der Bundesliga ist uns auf alle Fälle lieber als solche Funktionäre.