Lauf davon und versteck dich

Deutschland wird also beim Eurovision Song Contest dieses Jahr mit einem Liedchen antreten, das für meinen Geschmack ziemlich stark an den Four-Non-Blondes-Heuler „What´s going on?“ erinnert. Immerhin: Mit „Run and Hide“ beinhaltet der Titel des Stücks auch gleich den entsprechenden Warnhinweis, was zu tun ist, wenn Gracia anfängt zu singen. Was bleibt sonst noch über die nationale Vorausscheidung zu sagen? Der unerträgliche Beckmann taugt nicht einmal als Dieter-Thomas-Heck-Imitator. Und Milka, bitte! Opfer einen Teil deines Honorars und nimm endlich an einem Lehrgang zur Interview-Technik teil.

Dunkle Bedrohung

Auch wenn man es nicht erwartet – auf den Websites der C-Parteien ein bisschen herumzusurfen, kann sich lohnen. Kleine Kostprobe:

Stern: Wie klingt folgender Satz in Ihren Ohren: „Es ist der Irak, der uns alle mit seinen Massenvernichtungswaffen bedroht“?
Angela Merkel: Das war die Einschätzung der Weltgemeinschaft. Bedrohungen muss man begegnen, deshalb gab es 17 UN-Resolutionen.
Stern: Der Satz stammt von Ihnen, aus dem Februar 2003. Und heute weiß man, dass es diese Bedrohung nicht gab. Sie haben in der Irak-Politik die deutsche Bevölkerung getäuscht.

Das ganze Interview

Minderheiten

Mit solchen kleinen Humorjuwelen erfreut der sächsische Sänger und Betroffenheitslyriker Olaf Schubert sein Publikum:

„Minderheiten sind ja nicht deswegen in der Minderheit, weil sie so wenige sind, sondern sie sind einfach zu verschieden. Wenn die Minderheiten sich zusammentun würden, wären sie in der Mehrzahl! Sicher: dann wäre zwar die Mehrheit in der Minderzahl – aber dann müssten die sich eben auch zusammentun.“

Denjenigen, die Zeit haben, ein bisschen darüber nachzudenken, kann ich schon mal versprechen: es lohnt sich. Denn im Kern einer guten Pointe steckt ja oft eine tragische Wahrheit. Wir hatten im Februar wieder das Vergnügen, Olaf Schubert in Nürnberg auf der Bühne zu sehen – ein unvergessliches Erlebnis.

Gastfreundschaft auf europäisch

Dass man die Gelegenheit ergreifen würde, George W. Bush während seiner Europareise dorthin zu bringen, wo er hingehört – nämlich vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag – damit war sicherlich nicht zu rechnen. Aber trotzdem. Wenn er schon mal da ist, hätte ihn ja wenigstens mal einer fragen können: „Na, Bushy, was gibt´s Neues auf Guantanamo?“ Nur so interessehalber. Hat aber keiner gemacht. Weder im alten noch im neuen Europa.

König der Burger

Welcher Burger ist der beste? Für große Teile der Gesellschaft eine Frage von religiöser Bedeutung. Um ein für alle mal Klarheit zu schaffen, musste ein objektiver Schiedsrichter her. Außer Robert Hoyzer kam eigentlich nur die Stiftung Warentest in Frage. Sie teilte die Burger in drei Kampfklassen ein: Burger aus dem Fastfood-Restaurant sowie gekühlte und tiefgekühlte Burger aus dem Supermarkt. Und wer baut jetzt die besten Burger? Zweimal dürft Ihr raten. Die Überschrift, die sich die Redakteure bei Stiftung Warentest ausgedacht haben, verrät auf elegante Weise bereits die ganze Wahrheit: „Mc Donald´s ist der Burger King„.