Evolutionsschwindel

Wir haben es ja immer gewusst: Charles Darwin lag genauso falsch wie Karl Marx. Die Evolution, genau wie der Kommunismus – nichts als grober Unfug. Das jedenfalls behauptet Harun Yahya, der eigentlich Adnan Oktar heißt, in seinem Buch und auf seiner Website. Sehr ausführlich beweist Herr Oktar dabei vor allem eines: dass er die Evolutionstheorie gar nicht richtig verstanden hat. Ist ja nicht schlimm. Wenn er dann aber behauptet, dass der Darwinismus die Ursache für die beiden Weltkriege und für den Terrorismus ist, dann wird es langsam schon ein bisschen gefährlich. Wie so oft bei Menschen, die einen allzugroßen Drang haben, ihre religiösen Ansichten mitzuteilen.

Museumsreif

„Es ist falsch, dass in diesem Land nur die sozial Schwachen die Kinder kriegen“, sagte Daniel Bahr, der für die FDP im Bundestag sitzt, kürzlich der „Bild am Sonntag„. Deutschland gebe viel Geld aus, um sozial schwachen Familien zu helfen. Die Politik habe dagegen versagt, Akademiker bei der Erfüllung ihres Kinderwunsches zu unterstützen. Wenn Hochschulabsolventinnen künftig mehr Kinder bekämen, stünde Deutschland auch bei der Pisa-Studie besser da, findet Daniel Bahr. Was soll man bloß mit solchen Leuten wie Ihnen machen, Herr Bahr? Naja, wenn man Ihren Lebenslauf so anschaut, nichts erlebt außer Schule, Dresdner Bank und FDP, das ist eigentlich schon Strafe genug. Vielleicht verstehen Sie ja selbst nicht, warum Sie so komische Sachen sagen müssen. Dabei ist es ganz einfach: egal was aus den „falschen“ Kindern mal wird, eines werden sie bestimmt nicht – und zwar FDP-Wähler. Und dann, wir können es kaum erwarten, kommt ihre komische Klientelpartei endlich dorthin, wo sie hingehört. Nämlich nach Unter den Linden ins Deutsche Historische Museum.

Living next door to Herisch

Die Geschichte fing eigentlich ganz harmlos an. Wir fuhren vergangenen Samstag gegen 22 Uhr mit dem Auto ins Kino. Gleich bei uns um die Ecke beobachteten wir eine seltsame Szene mit einem beachtlichen Aufgebot von Zivilpolizei und mehreren Fahrzeugen. Wir fragten uns noch, was ist denn da los. Glaubt es oder nicht: im Vorbeifahren wurden wir unfreiwillig Augenzeugen, wie der mutmaßlilche Moshammer-Mörder Herisch A. in unserer kleinen Straße festgenommen wurde. Mehr kann ich an dieser Stelle leider nicht berichten, weil ich plane, die Exklusivrechte für diese brandheiße Story an Gala zu verkaufen.

man ist so alt wie man sich fühlt

Vor 18 weiß man meistens auf den Tag genau, wie lange es noch dauert bis man endlich in die Autofahrerliga aufsteigen kann. Wird einem die Frage nach dem Alter gestellt, wurde mindestens ein halbes Jahr drangehängt – »Ich bin fast 18«.
Dann kommt eine Zeit in der man eher keine Jahre zählt, bis so langsam wieder ein Wechsel der ersten der beiden Ziffern ansteht. Spätestens jetzt werden auch die Letzten nicht mehr automatisch geduzt – Uff. Wie ist das Gefühl?
Woran man merkt, daß man älter wird listet Stilhäschen, wer findet sich da wieder? Nun gehts auf die 40 zu! Ungeduldige unter uns, die noch weiter ins Alter fühlen wollen, müssen nicht weiter warten bis sie 70 sind, denn der Age-Explorer verspricht, mit 40 fühlen wie ein 70-Jähriger. Prima was!
2030 wird Deutschland dann mehrheitlich aus über 60-jährigen (z.B. mir) bestehen und ich bin mal gespannt wie ich mich dann fühle. -> Wenn die Alten jünger werden.

Einzug der Plagiatoren

1971 führte Philip Zimbardo an der Stanford Universität in den USA ein Experiment durch, bei dem das Verhalten von Versuchspersonen in einem Gefängnis untersucht werden sollte. Das Experiment eskalierte, wurde nach sieben Tagen abgebrochen und lieferte die Vorlage für den deutschen Film „Das Experiment„. Vergleicht man die Handlung des Films mit den wahren Ereignissen, kommt man zu folgendem Schluss: alles, was der Drehbuchautor Mario Giordano für den Film dazu erfunden hat, ist ziemlich albern. Zweitens: Zahlreiche interessante Aspekte des echten Experiments kommen im Film aus unerklärlichen Gründen nicht vor. Fazit: die Website, auf der die Stanford University die Ereignisse von 1971 dokumentiert, ist aufschlussreicher und spannender als der Film. Daran ändert auch Moritz Bleibtreus Hundeblick nichts.

Herzliches Beileid, Daisy

Rudolph Moshammers tragischer Tod trifft die ganze Nation, aber vor allem die Hinterbliebenen mitten ins Herz: insbesondere Daisy Moshammer, die jetzt Vollwaise ist, hat unser tiefes Mitgefühl. Wird sie auch ohne Rudolph Werbung für Nescafe Cappucino oder den Fressnapf-Club machen? Wird sie die Kraft haben, ihre Website weiterzubetreiben und Tag für Tag ungezählte Autogrammkarten für die große Fangemeinde zu unterschreiben? Fragen, die zum jetzigen Zeitpunkt niemand beantworten kann.