„Regeln für die digitale Welt“

Mit „zehn einfachen Regeln“ kann man den Nachstellungen von Unternehmen und Geheimdiensten entkommen, schreibt der inzwischen 85-jährige Hans Magnus Enzensberger in der Samstagsausgabe der FAZ. Diese lauten in Kurzform:

Mobiltelefon wegwerfen – kostenlose Angebote ausschlagen – Auf Online-Banking verzichten – keine Kredit- und Kundenkarten benutzen – Weder Zahnbürste noch Fernseher, Auto oder Kühlschrank mit dem Internet vernetzen – Wahlen boykottieren – Postkarten statt Emails schreiben – Waren oder Dienstleistungen via Internet meiden – auf werbefinanzierte Angebote verzichten – aus sozialen Netzwerken flüchten

Also ehrlich gesagt, ich kenne kaum jemanden in der Altersklasse zwischen 18 und 50, der mehr als zwei bis drei dieser Forderungen erfüllen kann oder will. Daran wird  wohl auch Herrn Enzensberger nichts ändern. Aber auf der anderen Seite: wer aus der Altersklasse zwischen 18 und 50 liest schon die FAZ?

Nürnberg von unten

Zu dieser Jahreszeit ist eine Führung durch die historischen Nürnberger Felsengänge der Tipp! Es ist völlig egal welches Wetter draussen ist, da unten ist es immer finster und es hat immer zw. 8-10 °C. Ich war gestern unten und hab‘ viel Neues aus Nürnbergs Vergangenheit gelernt.

Kelleraufsicht

Nürnbergs vergessene Kellergeister, eine spezielle Führung durch das unterirdische Nürnberg.
-> http://historische-felsengaenge.de

Bei der Gelegenheit gleich noch eine Buchempfehlung: Lena Bloom, Auf’s Spiel setzen

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Lorem ipsum

Schon im 16. Jahrhundert suchten Setzer nach brauchbaren Textpassagen für die Demonstration von Entwürfen. Lorem ipsum war die Lösung, aber das ist noch nicht mal richtiges Latein.

Heutzutage ist Blindtext nach wie vor ein wichtiger Platzhalter in Layouts. Und obwohl eigentlich der Gesamteindruck der Gestaltung und nicht der Text im Vordergrund stehen soll, ist das alte Lorem ipsum doch sehr langweilig.

Viel lustiger machen sich doch Layouts mit Blindtexten wie diesem:

Sie nahm das Textwerkzeug, platzierte es über dem Rahmen, lies den Finger lasziv auf die Maus tropfen. Herzrasen. Sie will es heute zu Ende bringen. Eine blinkende Linie erscheint. Pulsierend. Takt um Takt. Das musste der Curser sein, das Phallussymbol der schreibenden Zunft. Begierig von ihr etwas zu empfangen. Fordernd. Nicht einmal pausierend. Alsdann. Jetzt war es soweit. Es gab kein Entkommen. Oder? Doch, dachte sie, da war doch der AnyKey, den sie vor kurzem noch verzweifelt suchte und endlich triumphierend am Gehäuse ihres Rechners fand. Fett, rund, ein echter Buddha unter den Knöpfen, mit magischer Wirkung.
Vielleicht besuche ich Dich morgen wieder, warte auf mich.
Ich traue mich.
Irgendwann.
Vertraue Du mir.
Deine ergebene Tastatur-Sklavin

(Computerliebe)

Bei newmediadesigner.de gibt es ein interessantes Archiv an Blindtexten und einen Generator, um sich zeichengenau Texte ausgeben zu lassen.
Auch wenn man eigentlich gar Keine braucht, sind sie doch sehr schön zu lesen.

Wer nun auf den Geschmack kommt, kann ja Blindtextautor werden und seine Werke hier posten. Könnte ja ein Buch daraus werden …

Seltenheitswert

Zippert100Ganz schön selten wird Hans Zippert in deutschen Blogs erwähnt. Zu Unrecht, denn seine Kolumne „Zippert zappt“ ist ausgesprochen kurzweilig und amüsant. Na gut, von der Titanic zum Springer-Verlag zu wechseln, damit macht man sich wohl nur bedingt beliebt. Mich stört es jedenfalls nicht – solange Josef Ackermann sich im Streichelzoo der Deutschen Bank von Mitarbeiterkindern kraulen lässt und Immobilienmakler fordern, den Mars so schnell wie möglich zu möblieren, um seinen Wohnwert zu erhöhen.