Neue Rekorde

Ein bisschen bizarr ist es schon: dass Uli Hoeneß, Vorsitzender des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG, sich an betrügerischen Geschäften beteiligt hat, kann nicht bestritten werden – es ergibt sich aus seiner Selbstanzeige. Jetzt stellt sich zusätzlich heraus, dass Karl-Heinz Rumenigge, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG, wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen verurteilt wurde und damit vorbestraft ist. Na, ob der FC Bayern jetzt auch in der Kategorie Straftaten alle Rekorde brechen will, kann uns egal sein. Ein ehrlicher 18. Platz in der Bundesliga ist uns auf alle Fälle lieber als solche Funktionäre.

Live-Reportage von der Mars-Invasion

Christian Blees blickte kürzlich für den Deutschlandfunk zurück auf die Ausstrahlung des Hörspiels „War of the Worlds“ am 30. Oktober 1938. In einer vermeintlichen Live-Reportage wurde damals über die Invasion von Marsbewohnern berichtet, die mit Hitzestrahlen Menschen töten und Gebäude zerstören. Die Darstellung war so realistisch, dass manche Zuhörer keinen Zweifel am Wahrheitsgehalt hattten. Einer von ihnen berichtete später:

Meine Frau und ich fuhren im Auto durch einen Wald im Norden Kaliforniens, als wir die Rundfunkübertragung hörten. Erst ging es nur um New Jersey, aber plötzlich landeten sie überall, auch in Kalifornien. Es gab kein Entrinnen. Dann ging uns das Benzin aus. Wir konnten nichts mehr tun. Wir saßen einfach da und warteten darauf, dass die Marsmonster über den Baumwipfeln erscheinen würden.

Dass die Ausstrahlung eine Massenhysterie ausgelöst hat, gehört nach heutigem Kenntnisstand jedoch ins Reich der Legenden.

Welt-Nichtrauchertag

Gute Nachrichten zum Welt-Nichtrauchertag. “Mit unter 12 Prozent liegt die Raucherquote bei den 12- bis 17-Jährigen in Deutschland auf einem historischen Tiefstand“, teilt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) mit. Noch niedriger wäre die Quote vermutlich, wenn hierzulande Tabakwerbung konsequent verboten wäre. Laut Ärztezeitung hat sich Deutschland bereits vor zehn Jahren im Rahmen eines internationalen Abkommens zu einem konsequenten Tabakwerbeverbot verpflichtet, ist dieser Verpflichtung aber bisher nicht nachgekommen.

Fitch the Homeless?

Mike Jeffries, Chef des Modeunternehmens „Abercrombie and Fitch„, hat in einem Interview dies geäußert:

In jeder Schule gibt es coole und beliebte Leute und nicht so coole. Ich gebe zu, wir wollen, dass die coolen, attraktiven Leute, die eine tolle Ausstrahlung und viele Freunde haben, unsere Sachen tragen. Viele Leute können unsere Klamotten nicht tragen und das sollten sie auch nicht. Schließen wir Leute aus? Absolut!

Nun regt sich gegen diese Marketingstrategie Protest: In einem Youtube-Video wird dazu aufgerufen, Kleidung von „Abercrombie and Fitch“ an Obdachlose zu verteilen und dies über Twitter zu verbreiten.

Doch auch diese Aktion ist umstritten. So schreibt Friederike Haupt in der FAZ:

Ihre ekelhafte Selbstgerechtigkeit schien den Aktivisten nicht bewusst zu sein. Die Armen, deren Bedürftigkeit die Fairness-Visionäre ausnutzten, laufen nun in den ausgesprochen hässlichen Kleidungsstücken eines bescheuerten Unternehmens durch ihr Getto und müssen sich auch noch im Internet von aller Welt dabei zusehen lassen.

EPD

Heute ist Equal Pay Day (EPD) – der Aktionstag markiert jenen Zeitraum, den Frauen über den Jahreswechsel hinaus länger arbeiten müssen, um auf das durchschnittliche Jahresgehalt von Männern zu kommen. Hm, wenn wir richtig gerechnet haben, können Personen mit einem Jahresgehalt von 50000 EUR den Martin-Winterkorn-EPD erst in etwa 350 Jahren feiern… Aber im Ernst: das statistische Bundesamt ist der Frage nachgegangen, warum der Verdienstabstand zwischen männlichen und weiblichen Arbeitnehmern in Deutschland auf einem konstant hohen Niveau von über 20 % liegt. Demzufolge arbeiten Frauen häufiger in schlecht bezahlten Berufen, während im Verarbeitenden Gewerbe und bei gut bezahlten Fachkräften der Männeranteil überwiegt. Rechnet man diese strukturellen Unterschiede heraus, bleibt ein „unerklärter Rest“  von 7% übrig. Dieser ist den Angaben zufolge möglicherweise darauf zurückzuführen, dass bei weiblichen Arbeitnehmern familienbedingte Erwerbsunterbrechungen eine kontinuierliche Gehaltserhöhung verhindern.