Reform des Kapitalismus

Der Kapitalismus hat, gestützt auf Wettbewerb und Leistungswillen des Einzelnen, zu großen wirtschaftlichen Erfolgen, aber auch zu gesellschaftlicher Ungerechtigkeit geführt. Die liberale Reform des Kapitalismus erstrebt die Aufhebung der Ungleichgewichte des Vorteils und der Ballung wirtschaftlicher Macht, die aus der Akkumulation von Geld und Besitz und der Konzentration des Eigentums an den Produktionsmitteln in wenigen Händen folgen.

Auszug aus den „Freiburger Thesen“ der FDP von 1971. Siehe auch „Liberaler Schwenk nach links“ (Kalenderblatt DLF vom 27.10.2011).

Schicksalswahl

Am Wochenende finden in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Landtagswahlen statt. Selbst die eher konservative und daher relativ regierungstreue Zeitung „Die Welt“ prognostiziert Erstaunliches:

„Die Chance, dass am Sonntag eine Schicksalswahl das Ende der Ära Merkel-Westerwelle einleiten könnte, steht höher als 50 Prozent. Es gibt eine ganze Reihe Politiker in beiden Parteien, die der Spitze ziemlich verständnislos und mit wachsendem Zorn zuschauen. Bis zur Wahl wird sich niemand von ihnen äußern. So viel Loyalität ist selbstverständlich. Wenn aber Stefan Mappus in Stuttgart die Macht verliert, kommt in Berlin Angela Merkel ins Schwimmen. Dann wird es im Gebälk knacken, es werden Sicherungen knistern, und Leitungen werden Funken sprühen. Der ganze angestaute Unwille wird sich Bahn brechen. Es gibt in jeder Partei den Punkt, an dem die Bundestagsabgeordneten sagen: Wir können das dem Volk nicht mehr erklären. Dieser Punkt gerät für Angela Merkel und Guido Westerwelle in Sichtweite.“

(aus der Deutschlandfunk-Presseschau vom 22. März 2011)

Sarrazin x 20

Für viele Menschen ist der eigene Name das Lieblingswort. Falls das auch auf Thilo Sarrazin zutrifft, müsste er derzeit eigentlich im siebten Himmel schweben: allein in der Deutschlandfunk-Presseschau kam heute morgen sage und schreibe 20-mal das Wort „Sarrazin“ vor. Da fragt man sich, ob das vorher schon mal jemand geschafft hat.