Diese Scheibe ist ein Hit

Da mir schon öfters gute Ideen geklaut wurden – in einigen Fällen sogar, bevor ich selbst den entsprechenden Einfall hatte – sehe ich mich zu folgendem Schritt veranlasst: hiermit melde ich das Ersterwähnungsrecht für ein Mobiltelefon mit Wählscheibe an. Nicht betroffen sind die halbherzigen Lösungen, wo die Zifferntasten im Kreis angeordnet sind. Mit Wählscheibe meine ich so etwas wie auf dem Bild*: die Fingerspitze sucht sich eine Zahl aus und verlässt die Öffnung erst wieder, wenn sie durch eine Drehbewegung die Barriere erreicht hat. Um Einwänden gleich vorzubeugen: Wie man mit Wählscheibe eine SMS verschicken kann, weiß ich auch nicht. Da sollen sich die Elektriker halt was überlegen.

*Hinweise für diejenigen, die mit der Abbildung nichts anfangen können: so sah früher ein Telefon aus. Zum Funktionsumfang gehörten serienmäßig folgende Features: Abheben, Wählen, Sprechen, Hören und Auflegen. Es wäre in den frühen 80er Jahren technisch möglich gewesen, das Gehäuse anders einzufärben, aber man wollte das damals so haben. Das Modell stammt nicht aus der ehemaligen DDR.

Explosionen

Am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz haben Forscher jetzt einen neuen Sprengstoff synthetisiert, dessen explosive Wirkung größer ist als die aller anderen Sprengstoffe – Nuklearbomben natürlich ausgenommen. So, jetzt mal ehrlich: wer ist denn der Meinung, die bisherigen Sprengstoffe seien zu schwach? Na also.

Die Forschung ist frei, das stimmt. Aber auch das sollten die Forscher nicht vergessen: je stärker die Sprengkraft, desto terroristischer der Terror

Museumsbesuch

Die Franz Morat KG aus Eisenbach im Hochschwarzwald brachte 1976 ein TV-Computersystem auf den Markt, das nur mit zwei Schaltern auf der Vorderseite und einem Lichtgriffel gesteuert wurde. Was man mit diesem Computer alles machen konnte, ist offensichtlich nicht überliefert. Eine dennoch lesenswerte Beschreibung des Geräts ist im Homecomputer-Museum zu finden, einem sorgfältig zusammengestellten Archiv solcher Dinosaurier aus der Computer-Steinzeit. Dort gibt es auch Details zum Alphatronic P2 von Triumph-Adler, den meine Eltern in den 80er-Jahren in ihrer kleinen Firma verwendet haben. Alphatronic. Klasse

Vom Kurs abgekommen

Phaeton, der Sohn des Sonnengottes Helios, durfte mit Papis Sonnenwagen mal Probefahren, kam aber mangels Navigationssystem vom Kurs ab und verbrannte im anschließenden Tiefflug ganze Ländereien. Ungefähr so ist es aus der griechischen Mythologie überliefert. Ähnlich Unerfreuliches erlebt Volkswagen mit dem Spitzenmodell Phaeton: das Auto ist ein Ladenhüter. „Wer will denn auch zehntausende von Euro für einen Wagen bezahlen, auf dem dick und breit das VW-Logo prangt“, fragt die Frankfurter Rundschau nicht ohne Spott. Um das Image endgültig zu ruinieren, zahlt Volkswagen jetzt den Händlern in den USA für jeden verkauften Phaeton 10000 USD Prämie. So locker sollte das Geld aber eigentlich nicht sitzen. Schließlich versucht der Konzern gleichzeitig, einen zweijährigen Verzicht der Belegschaft auf Lohn- und Gehaltssteigerungen aushandeln.