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Borat auf bayrisch

Heute endet das Oktoberfest 2010. Aus diesem Anlass hier diese historischen Aufnahmen vom Oktoberfest 1976 aus dem Film “Bierkampf” von Herbert Achternbusch, der inzwischen ziemlich in Vergessenheit geraten ist. Zu Unrecht, denn Achternbuschs komödiantisches Talent in dieser Szene erinnert fast ein bisschen an Sacha Baron Cohen – der war damals gerade mal fünf Jahre alt.

Janecek for Ministerpräsident

Also wenn die bayerischen Wähler bei den nächsten Landtagswahlen tatsächlich so abstimmen, dann könnte Dieter Janecek erster grüner Ministerpräsident in Deutschland werden. Wir sind schon gespannt.

1980

Heute vor dreißig Jahren, am 26. September 1980, ereignete sich in München der schwerste Terroranschlag der deutschen Nachkriegsgeschichte. Bei der Explosion einer Bombe am Haupteingang des Oktoberfests starben 13 Menschen, 211 wurden zum Teil schwer verletzt. “Als die Wiesn Trauer trug“, titelt der Stern, aber das stimmt nicht ganz, denn das Oktoberfest wurde makabrerweise nicht abgebrochen. Am nächsten Abend tanzten die Leute wieder bierselig auf den Bänken. Die politischen Hintergründe des Attentats sind bis heute ungeklärt. Ein paar Tage später fanden Bundestagswahlen statt. Sagenhafte 44,5% der Wählerstimmen entfielen auf die CDU/CSU und den Kanzlerkandidaten Franz Josef Strauß, aber Helmut Schmidt blieb Bundeskanzler.

Fernsehen im Stadion

Nix wars mit den Triple – jedenfalls für den FC Bayern. Ein bisschen schäbig und fast schon unglaublich war es außerdem, dass beim Public Viewing in der Allianz Arena keine zusätzlichen Leinwände aufgestellt wurden: die Fans mussten das Spiel auf den beiden Stadionmonitoren verfolgen – jeder etwa hundert Quadratmeter groß und aus der Entfernung vergleichbar mit einem I-Phone-Display, berichten Augenzeugen. Im Bild oben ist ein Monitor als kleines weißes Rechteck zwischen den Köpfen der beiden Fans zu erkennen. 60 Millionen Euro hat der FC Bayern in dieser Saison in der Champions League eingenommen – um eine Großleinwand zu mieten, hat das Geld offensichtlich nicht gereicht.

Christihimmelfahrtskommando

Nur noch 27 Tage bis zum 2. ÖKT. Hä, ÖKT? Genau, der Ökumenische Kirchentag, der vom 12. bis 16. Mai 2010 in München abgehalten wird. Mal sehen, ob die braven kleinen Christen dann wieder kompetente Nachhilfe in Sexualkunde bekommen. Spannender und vor allem lustiger dürfte es beim Christihimmelfahrtskommando am 13. Mai zugehen, ganz nach dem Motto “2000 Jahre Verdummung und Bevormundung sind genug!”.

Randgruppen

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Behinderte, Ossis, Adlige, Homosexuelle, Adoptivkinder, Frauen, Juristen – es gibt nur noch wenige gesellschaftliche Randgruppen, die nicht in der neuen Bundesregierung vertreten sind. Apropos Randgruppen – die bayerische CSU hat ihr enttäuschendes Bundestagswahlergebnis recht gut verkauft: mit nur 2,8 Mio. Zweitstimmen erhält sie drei Ministerposten, bei der FDP führten 6,3 Mio. Zweitstimmen zu fünf Ministerämtern. Deutlich schlechter ist das Verhältnis bei der CDU: trotz 11,8 Mio. Zweitstimmen bei der Bundestagswahl kam die Merkel-Partei auf lediglich sieben Ministerämter.

Das Hauptproblem

Donnerstag vergangener Woche trat der neue CSU-Superman, der Bayern-Barack, “the Sexiest Man in Politics“, Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor Guttenberg bei einer Wahlkampfveranstaltung in München auf. Wer jedoch gehofft hat, dort etwas über die wirtschaftspolitischen Konzepte der CSU zu erfahren, wurde enttäuscht. Stattdessen sagte Guttenberg beispielsweise zu den Folgen der Finanzkrise für den Arbeitsmarkt: “Wenn wir eine Pflicht haben, dann die, zu überlegen, wie wir dem begegnen können.” Da fühlte sich mancher Zuhörer unwillkürlich an die berühmte Bundestagsrede von Loriot erinnert, in der es unter anderem hieß: “Und wo haben wir denn letzten Endes, ohne die Lage unnötig zuzuspitzen – und da liegt doch genau das Hauptproblem.”


Entgleist

klinsi

In der Osterausgabe hatte die “taz” eine Karikatur veröffentlicht, auf der Jürgen Klinsmann als gekreuzigter Christus abgebildet ist. Soweit so gut. Aber was müssen wir da bei Spiegel-Online lesen: Bayern-Sprecher Markus Hörwick hält die Darstellung des gekreuzigten Klinsmann für “die vielleicht schlimmste Entgleisung, die es in den deutschen Medien jemals gegeben hat“. Na, der Mann liest wohl zu wenig Titanic.

Bunter Hund

Apropos Kurzfilm: Im Oktober fand zum zehnten Mal das Kurzfilmfestival Bunter Hund in München statt. Im Programm “Liebe und andere Grausamkeiten” war der indische Kurzfilm “Viva sunita” einer meiner Favoriten. Leider hat er es nicht in die Bestenliste 2008 geschafft. Gut gefallen hat mir außerdem der Kurzfilm “Antje und wir“, der bei Festivals in Osnabrück und Bern mit Publikumspreisen ausgezeichnet wurde.

Street View

Schätze mal, ich bin heute auf der Arnulfstraße in München von einem Fahrzeug der Google-Street-View-Flotte fotografiert worden. Das Auto sah jedenfalls genauso aus wie auf diesem Bild. Es war ungefähr hier:


Größere Kartenansicht

Mal sehen, vielleicht bin ich ja wirklich als Passant zu erkennen, wenn Street-View in München online geht.

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