Tragischer Tag

In der EU sterben jährlich etwa 25000 Menschen bei Verkehrsunfällen – weltweit sind es etwa 1,3 Millionen Verkehrstote, also täglich mehr als 3000. Da sollte man denken, ein tödlicher Unfall mit einem Fahrzeug, das über eine Autopilotfunktion verfügt, ist keine signifikante Veränderung der Verkehrssicherheit. Die Medien sehen das überwiegend nicht so. Holger Appel von der FAZ erklimmt beispielsweise den Gipfel der Naivität durch diesen Satz:

An diesem tragischen Tag [ist] die Verheißung geplatzt, mit dem vollständig automatisierten Fahren werde es keine Unfälle mehr geben.

Dass autonome Systeme in Zukunft zuverlässiger und sicherer fahren als Menschen, ist absehbar. Vermutlich ist das sogar heute schon der Fall. Und wenn autonome Fahrzeuge in naher Zukunft nur halb so viele Unfälle verursachen würden wie von Menschen gesteuerte Fahrzeuge, könnte das jährlich etwa 12000 Menschenleben in der EU retten. Die Verheißung, es werde keine Unfälle mehr geben… Nicht zu fassen. Ich glaube, jeder Deutschlehrer würde das in einer Mittelstufen-Erörterung bemängeln. In der FAZ wirds gedruckt. Zum Trost: es gibt auf der Welt auch noch vernünftige Journalisten.

Kaczynskis Manifest

The Industrial Revolution and its consequences
have been a disaster for the human race.

Mit diesem Satz beginnt das von Theodore Kaczynski verfasste „Manifest“, das heute vor genau 20 Jahren, am 19. September 1995 sowohl in der New York Times als auch in der Washington Post erschien. Der als „Unabomber“ gesuchte Kaczynski hatte in Ausssicht gestellt, als Gegenleistung für die Veröffentlichung keine weiteren Briefbomben zu verschicken. Sein Bruder erkannte in dem veröffentlichten Artikel Kaczynskis Schreibstil, am  3. April 1996 wurde der Unabomber verhaftet, im Mai 1998 zu achtmaliger lebenslanger Freiheitsstrafe ohne Möglichkeit auf Bewährung verurteilt. Seine Verteidiger waren davon ausgegangen, dass er an einer schweren psychischen Störung leide und seine Schuldfähigkeit bezweifelt werden müsse. Kaczynski lehnte es jedoch ab, als „psychisch krank“ bezeichnet zu werden. Bei den von ihm begangenen Briefattentaten wurden drei Personen getötet und 23 verletzt.

Gruppe der Sieben

Bei Wikipedia lesen wir, dass das „G“ in G7 nicht für „groß“ steht, sondern für „Gruppe“. Das ist auch besser so, denn die sieben wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt sind: USA, China, Indien, Japan, Deutschland, Russland und Brasilien (Bruttoinlandsprodukt Kaufkraftparität Stand 2013) . Naja, immerhin: drei dieser Länder sind auf dem G7-Gipfel in Elmau vertreten. Großbritannien und Frankreich liegen nur noch auf Platz 8 und 9 der Weltrangliste, Italien ist 11., Kanada auf Platz 13 – hinter Südkorea.

Do Not Track!

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ist eine interaktive Web-Doku Reihe über das Geschäft mit unseren Daten: Von Regisseur Brett Gaylor, koproduziert von Upian, ARTE, BR und dem NFB.
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