Japanpressung

covermini

Eine ganz exklusive Scheibe (für die jüngeren Leser -> Schallplatte) habe ich heute von einer sehr guten Freundin bekommen. Eine echte Japanpressung, vielleicht nicht besonders audiophil aber sehr autobiographisch, Kinderlieder aus Japan von 1969. Da hat also auch jemand ins Archiv gegriffen.

Leider gehört der Haushalt meiner Freunde zu denen, die gar keinen Plattenspieler mehr besitzen, deshalb bekam ich den Auftrag, das Werk zu digitalisieren.

Echt süß die Liederchen, anders kann ich’s gar nicht sagen, auch wenn ich nix versteh‘.

[audio:http://www.homeiswheremyheartis.net/wp-content/uploads/2006/11/lied03.mp3]

Live Konzert?

Was lese ich da im Bootsektor: Suzanne Vega hat Anfang August ein Live Konzert gegeben. Als Fan wäre ich gerne hingegangen. Ich habe Suzanne Vega schon zweimal live sehen können, das letzte Mal in München 2002.

Aber halt, ich hätte gar nicht selber hingehen können, meinen Avatar hätte ich hinschicken müssen, aber ich hab‘ noch keinen für Second Life. Na dann schau‘ ich mir einfach die Aufnahme an, viel anders hätte ich es wohl auch nicht gesehen:

Noch ziehe ich aber echte Lifekonzerte vor… 😉

Livemusik

102 dB(a)Schon Anfang Juli habe ich einen Anruf von einem Freund aus M?nchen bekommen, ob ich Lust h?tte mit auf das Spearhead Konzert am 22. August zu gehen. Spotan habe ich zugesagt und meine Freundin gleich mit. Gestern war’s dann soweit. Erlangen – M?nchen – Erlangen, ca. 360 km an einem Abend mit Konzertbesuch. Ort der Veranstaltung war das Ampere, eine sch?ne ?berschaubare Location, Reggae Beats vom DJ liefen zum Aufw?rmen.

Michael Franti ist mir seit den The Disposable Heroes of Hiphoprisy Album „Hypocrisy Is the Greatest Luxury“ ein Begriff – alternativer HipHop mit Rap Anleihen a la Gil Scott-Heron – super. Von Spearhead kenne ich drei Alben, Home (1994), Chocolate Supa Highway (1997) & Stay Human (2001) und die gefallen mir alle drei ganz gut – Reggae, HipHop, Funk und vor allem sehr soulig mit politisch ambitionierten Inhalten (soweit mein Englisch das zul??t).

Spearhead on Stage

Um 20:00 Uhr sollte das Konzert beginnen, um 21:00 hat’s dann begonnen. Interessant wenn man a.) schon lange kein Livekonzert mehr besucht hat und b.) die Musik nur aus der Konserve kennt, wie sich Livemusik so anf?hlt. Daheim oder im Auto relaxed Musik h?ren, relativ perfekter (Studio) Sound gerade so laut wie es die Laune oder Nachbarn zulassen. Und dann Live, saulaut, die Hosenbeine vibrieren mit den Bassl?ufen und Drumbeats, man bewegt sich automatisch mit, hat was! Man vergi?t f?r kurze Zeit mal seinen Alltagsstre? (meinte meine Freundin). Genau das ist es!
Spearhead und Michael Franti haben eine gute Performance abgeliefert und wir haben die Fahraktion nicht bereut.

[dels]Spearhead, Michael Franti[/dels]

Ironischer Gruß

361Laut Wikipedia ist Lou Reeds Walk on the Wild Side „ein ironischer Gruß an die Außenseiter, Stricher und Transvestiten in Andy Warhols Factory“. Im Minimal-Markt Alramstraße, meinem nächstgelegenen Supermarkt, läuft das Stück, um die Kauflust der Kunden zu stimulieren. Bestimmt würde Lou Reed sich im Grabe umdrehen, wenn er das wüsste. Aber der ist doch noch gar nicht tot, sagen da die echten Fans. Stimmt natürlich auch wieder.

Kurz eingeblendet

356Früher gab es ja mal ein Gerücht, dass Coca-Cola in Kinofilmen so kurze Werbeeinblendungen macht, dass man es gar nicht mitbekommt. Beim diesjährigen Eurovision Song Contest fühlte ich mich daran erinnert, so dass ich am nächsten Tag gleich die folgende Mail an die ARD schickte:

To: zured@daserste.de
Date: Sunday, May 21, 2006, 11:18:22 PM
Subject: Grand Prix Eurovision

Guten Tag,
bei der gestrigen Übertragung des Eurovision Song Contest konnte man in den Trailern zwischen den einzelnen Songs regelmäßig kurze Sequenzen erkennen, die den Ipod-Werbespots von Apple sehr ähnelten – nach meiner Beobachtung ungefähr fünfzig Mal im Verlauf der gesamten Sendung. Es war natürlich kein Ipod zu sehen, aber die Assoziation drängte sich
schon auf. Als braver GEZ-Zahler würde ich das lieber für einen Zufall halten, allein: mir fehlt der Glaube. Liege ich damit falsch?
Mit freundlichen Grüßen etc.

Innerhalb weniger Tage bekam ich folgende Antwort, persönlich unterzeichnet von S.M. Dr. Jan Schulte-Kellinghaus, Leiter der NDR Talk- und Unterhaltungsredaktion:

From: Jan Schulte-Kellinghaus
Date: Thursday, May 25, 2006, 12:54:30 PM

Lieber Herr Sambale,
die Sequenzen in den Einspielern sind uns auch aufgefallen. Die Bilder wurden vom griechischen Fernsehen produziert und von der EBU (European Broadcasting Union) abgenommen. Nach dem Regelwerk des Eurovision Snog Contest ist Werbung jeder Art streng verboten. Wir haben daher die EBU um Aufklärung gebeten. Seinen Sie sicher, dass wir die Sache nicht auf sich beruhen lassen.
Mit besten Grüßen
Jan Schulte-Kellinghaus

Inzwischen berichten die Medien auch über den Fall. Na, dann schaun wir mal, wie es damit weitergeht.

I can lock all my doors

349Freitag abend gab Gary Numan ein Konzert in der Georg Elser Halle in München. Die seltsame Mischung aus Gleichgültigkeit und Verzweiflung seiner Lieder faszinierte mich schon mit 16 und „Replicas“ war eine meiner ersten Platten. Unvergessen auch der Auftritt Numans im New-Wave-Film „A Music War“ von 1981: er sang seine Stücke, während er regungslos in einem Thron saß, der sich ferngesteuert auf der Bühne bewegte. Inzwischen ist Numan fast fünfzig und seine Stücke reißen mich immer noch unwiderstehlich mit. Für die unterkühlte Fremdheit seiner Klangteppiche gibt es inzwischen auch eine medizinische Erklärung: In einem Interview mit dem Times Magazine sagte Numan 2001, er leide an einer leichten Form des Asperger Syndroms – hierzulande auch als Autismus bekannt.